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Meister von Frankfurt Madonna mit Kind und musizierenden Engeln Öl auf Holz. 103,5 x 68,8 cm. Provenienz Belgische Privatsammlung. Ein seltenes Spätwerk mit Anmut und Leichtigkeit: der Meister von Frankfurt zeigt sich in renaissancehaftem Gewand auf dem Höhepunkt des Antwerpener Manierismus. Im voluminösen goldbestickten Umhang, eine hellblaue Schleife modisch ins Haar gewunden, thront Maria mit dem Kind. Ihr Sohn nestelt ihr verspielt in den Haaren und fasst freudig lächelnd ihr Gesicht. Die innige Szene spielt sich vor einer spektakulären renaissanceartigen Säulenarchitektur mit kassettiertem Rundbogen und Muschelnische ab, bekrönt von spielenden Putten mit Fruchtgirlanden. Musikalisch untermalt wird sie von jugendhaften Engeln mit Laute und Flöte vor einer Landschaft. Es herrscht feierliche Heiterkeit, doch bleibt diese, genau wie die gesenkten Blicke der Gemalten, zugleich inwärts gekehrt und himmlisch entrückt. Eine Ausnahme bildet der Engel mit Flöte am rechten Bildrand, der die Betrachtenden mit wachen Augen aus dem Bild heraus anblickt und vielleicht Portraitzüge trägt. Der sogenannte Meister von Frankfurt, bei dem es sich wohl um den Antwerpener Maler Hendrik van Wueluwe (1460–1533) handelt, war nicht zuletzt bei Kollegen wie Quinten Massys und Joos van Cleve zu Lebzeiten hochangesehen. Sechsmal bekleidete er das Amt des Dekans der Antwerpener Lukasgilde und führte eine hochproduktive Werkstatt. Im Gegensatz zu den beiden erwähnten Malerkollegen, die jene italienischen Impulse nach Antwerpen brachten, welche Wueluwe im vorliegenden Bild aufgreift, wurde dem Meister von Frankfurt besonders in der früheren Forschung eine Art konservative Rückständigkeit und Steifheit unterstellt. Max Friedländer etwa beschrieb seine Bilder als „nicht renaissancemäßig heiter, eher kirchlich gefesselt“ (M. J. Friedländer: Der Meister von Frankfurt, in: Jahrbuch der Königlich Preußischen Kunstsammlungen XXXVIII (1917), S. 135–150, hier: S. 135). Das vorliegende Werk zeigt jedoch als seltenes Spätwerk, das nach 1520 entstanden sein dürfte, einen anderen, „entfesselten“ Meister von Frankfurt, der mit italianisierender Anmut und Leichtigkeit mit seiner Zeit gegangen ist. Wir danken Dr. Till-Holger Borchert, Aachen, für die Bestätigung der Authentizität auf der Grundlage von Digitalfotografien und für den Vorschlag der Datierung.
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