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Johann Koerbecke Die Vision des hl. Bernhard Öl auf Eichenholz. 94 x 78.5 cm. Provenienz Bis 1862 Slg. Alexander Haindorf, Hamm. - Im Erbgang Slg. Sophie Loeb, geb. Haindorf, Hamm. - Slg. Loeb Caldenhof, Fideikommiss, Hamm. - Im Erbgang Slg. Helene Sophie Victoria Hermine (genannt Ellen) Funke, geb. Heintzmann, Hamm, 1934–19.10.1936. - 1936/37 Galerie Stern, Düsseldorf. - 1936/37 Galerie Hans Bammann, Düsseldorf. – Kunsthandel P. de Boer, Amsterdam. – Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München, 1938 (im Tausch erworben). - Im Dezember 2025 restituiert an die Erben nach Ellen Funke. Literatur A. Wormstall: Zur Geschichte der Liesborner und Marienfelder Altargemälde, in: Westfälische Zeitschrift, LV (1897), S. 85ff. - J. Sommer: Johann Koerbecke. Der Meister des Marienfelder Altars von 1457, Münster 1937, S. 54f. – J. Prinz: Urkundliches zur Geschichte der Malerfamilie Koerbecke, in: Westfalen, XXVI (1941), S. 99-102. – H. Busch: Meister des Nordens. Die altniederländische Malerei, 1450-1550, Hamburg 1943, S. 68f. – P. Pieper: Westfälische Maler der Spätgotik 1440-1490 (Ausst.- Kat. Westfälisches Landesmuseum Münster 1952), Münster 1952, S. 3 u. 23 f., Nr. 68-69a. – A. Stange: Deutsche Malerei der Gotik, Bd. 6: Nordwestdeutschland in der Zeit von 1450-1515, München/Berlin 1954, S. 19 u. 21.- K. Zuhorn: Die Behandlung des Marienfelder Gemäldebestands nach der Aufhebung der Abtei, in: Westfälische Zeitschrift, 103/104, 1954, S. 196-200. - A. Stange: Kritisches Verzeichnis der deutschen Tafelbilder vor Dürer, Bd. 1: Köln, Niederrhein, Westfalen, Hamburg, Lübeck und Niedersachsen, München 1967, S. 154f. – Altdeutsche Gemälde: Köln und Nordwestdeutschland (Best. Kat. Bayerische Staatsgemäldesammlungen München 1972), bearb. von Gisela Goldberg und Gisela Scheffler, München 1972, S. 180-184 (mit der gesamten älteren Literatur für die Bernhardsvision). – W. Kohl: Germania Sacra, 3. Folge, 2, Das Bistum Münster 11: Die Zisterzienserabtei Marienfeld, Berlin/New York 2010, S. 41. Aus kunsthistorischen Erwägungen werden die beiden bedeutenden Tafeln (Lot 1005 und Lot 1006) zunächst einzeln und dann gemeinsam aufgerufen. Johann Koerbeckes Darstellungen der „Vision des Hl. Bernhard“ und der „Verkündigung“ (Lot 1005) können dank der schriftlichen Überlieferung sowie aufgrund ihrer stilistischen Merkmale und der Beschaffenheit des Bildträgers als die Vorder- und Rückseite der beidseitig bemalten Tafel eines Polyptychons identifiziert werden. Sie schmückten vermutlich die Außen- und Innenseite eines linken Altarflügels, der zu einem Retabel in der Klosterkirche Marienfeld gehörte. Nach der Aufhebung des Zisterzienserklosters ließ der Maler Johann Christoph Rincklake (1764–1813) im Februar 1804 insgesamt 19 wertvolle Tafeln vom Verkauf zurückstellen, darunter an erster Stelle die 16 Tafeln von Koerbeckes Hauptwerk, dem 1457 vollendeten Marienfelder Hochaltar. Die drei übrigen Tafeln waren wohl einem anderen, kleineren Altarretabel der Klosterkirche zugehörig, das Koerbecke ein bis zwei Jahrzehnte später schuf – neben der beidseitig bemalten Tafel zählte dazu auch eine Darstellung der „Geburt Christi“ (Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Inv.-Nr. 10347); die dritte Tafel bleibt unbekannt. Die Spaltung der beidseitig bemalten Tafel erfolgte auf Betreiben des Kunsthändlers Max Stern im Jahr 1936 entgegen dem Willen der Eigentümerin; seitdem waren die Darstellungen der Bernhardsvision und der Verkündigung voneinander getrennt und finden erst jetzt wieder zusammen. Der um 1410 vermutlich in Coesfeld oder Münster geborene Johann Koerbecke ist ein herausragender Maler der westfälischen Spätgotik. Seine Ausbildung erhielt er bei seinem Vater oder in einer anderen lokalen Werkstatt, möglicherweise beim Meister des Schöppinger Altars. Ab der Jahrhundertmitte ist er urkundlich als Bürger der Stadt Münster bezeugt; dort führte er bis zu seinem Tod am 13. Juni 1490 eine erfolgreiche Werkstatt. Die frühesten ihm zuzuschreibenden Werke sind um 1450 zu datierende Tafelbilder aus der Stiftskirche Langenhorst. Eng verbunden war Koerbecke dem Zisterzienserkonvent Marienfeld, der ihm seinen wichtigsten Auftrag erteilte: Für das 1457 vollendete Reliquienretabel am Hochaltar der Klosterkirche malte er Szenen der Passion und des Marienlebens. Diese heute auf Museen in Europa und den USA verteilten Werke – die meisten darunter befinden sich im Westfälischen Landesmuseum Münster – markieren den Höhepunkt seines reifen Schaffens und definieren die spezifischen Charakteristika seiner Bildsprache. Sie bilden deshalb eine verlässliche stilistische Basis, um jene drei Tafeln, die Teil des bereits erwähnten kleineren Retabels in der Marienfelder Klosterkirche waren, dem Œuvre Koerbeckes zuzuordnen. Die erhaltenen Szenen legen nahe, dass dieser Flügelaltar im Inneren das Marienleben präsentierte und außen verschiedene Themen des Zisterzie
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