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Goossen van der Weyden und Werkstatt Rosenkranzmadonna mit zwei Stiftern und den Heiligen Dominikus und Franziskus Öl auf Holz (parkettiert). 185 x 154 cm. Provenienz Kunstmarkt, Brüssel, vor 1913. – Als Dauerleihgabe in Kolumba, Kunstmuseum des Erzbistums Köln, bis 2025. – Seit mehreren Generationen in deutschem Privatbesitz. Literatur G. Hulin de Loo: Ein authentisches Werk von Goossen van der Weyden im Kaiser-Friedrich-Museum. Die gleichzeitigen Gemälde aus Tongerloo und Lier und die Ursprünge der Antwerpener Schule um 1500, in: Jahrbuch der Königlich Preussischen Kunstsammlungen, XXXIV (1913), S. 59-88, hier S. 87f. (mit Abb., als Goossen van der Weyden, Werkstatt). – G. C. Bauman: A Rosary Picture with a View of the Park of the Ducal Palace in Brussels, Possibly by Goswijn van der Weyden, in: Metropolitan Museum Journal 24 (1989), S. 135–51, hier S. 146–147 und Abb. 9. Luftig über den Wolken schwebend, erscheint in Lebensgröße eine Madonna auf der Mondsichel im Himmel, umgeben von einem leuchtenden Kranz aus roten und weißen Rosen. Als gekrönte Himmelskönigin wird sie mit dem lebhaften Christuskind auf ihrem Arm und einer weißen Rose in der Hand von zwei Stiftern verehrt, die auf der Anhöhe einer weiten Küstenlandschaft knien, vor deren bewegtem Ufer mehrere Schiffe ziehen. Mit den Heiligen Dominikus (l.) und Franziskus (r.) als Fürbittern in ihrem Rücken, ließen sich beide Stifter vom flämischen Maler Goossen van der Weyden in frommer Anbetung einer „Rosenkranzmadonna“ ins Bild setzen – im Antwerpen der Zeit eine exotische Sonderikonografie, die stark auf den Kulturtransfer mit der Iberischen Halbinsel verweist. Goossen war der Enkel des revolutionären Rogier Van der Weyden (1399/1400-1464), dessen religiöse Bilderfindungen und zarte Madonnentypen noch weit nach seinem Tod eheblichen Einfluss auf den Kunstgeschmack in ganz Europa ausübten. Im vorliegenden Altar kombinierte Goossen eine anmutige Madonna, basierend auf Modellen seines Großvaters und Vaters Pieter (um 1437-1484), mit einem außergewöhnlichen Blumenarrangement. Auffallend ist der Blütenkranz im Haar des linken Stifters (der als Bethilfe wiederum eine andere Form des Rosenkranzes in Händen hält) ebenso wie die strahlenden Rosenblüten um die Madonna in ihrer Mandorla. Gemeinsam mit den beiden Heiligen der Bettelorden, Dominikus und Franziskus, sind diese vergleichbar auf einem früheren spanischen Stich von Bruder Francisco Doménech (um 1445–1494) von 1488 (Abb. 1) abgebildet. Der Stich muss ungefähr zur selben Zeit, zu der das vorliegende Gemälde entstand, seinen Weg an den Brüsseler Habsburg-Hof gefunden haben, wo ein kleines Rosenkranzaltärchen entstand (Abb. 2), das lange ebenfalls Goossen van der Weyden zugeschriebenes war (1515-20, Metropolitan Museum of Art, New York, Inv.-Nr. 1987.290.3a–p) (vgl. Bauman, op. cit., S. X sowie Ainsworth, op. cit., n.p.). Auf Goossens Retabel ist als weiterer flämischer "Sonderfall" der Heilige Dominicus de Guzmán (um 1170–1221) mit seinem Attribut des Hundes mit brennender Fackel dargestellt (lat. domini canis – "Hund des Herrn"), der aus Caleruega bei Burgos stammte, während auch der Heilige Franziskus das Kruzifix seiner Wundmale in einer Weise vor sich herträgt, die nicht an flämische, sondern an spanische Darstellungen erinnert. Goossen führte zunächst in Brüssel die traditionsreiche Familienwerkstatt weiter, um dann später in der florierenden internationalen Handelstadt Antwerpen als Maler und vielfacher Dekan der Lukasgilde zu Erfolg und hohem Ansehen zu gelangen. Die im Hintergrund zu sehende, typische Antwerpener „Weltlandschaft“ im Stil Joachim Patinirs (c. 1485–1524) bietet mit ihren (Handels-?)Schiffen einen Hinweis darauf. Von Antwerpen führen zahlreiche seiner Kontakte und Werke zur Iberischen Halbinsel. Als Lehrlinge beschäftigte Goossen zeitweise den Portugiesen Simon Portugaloys (1504–1505) und den Spanier Allonse Crasto (1522–23), wobei Portugaloys als Vermittler für ein Triptychon gedient haben könnte, das für das Klarissenkonvent Madre de Deus in Xabregas im Osten Lissabons bestimmt und für dessen Gründerin Eleonore von Portugal oder für König Emanuel I. in Auftrag gegeben wurde (heute Museu de Arte Antiga, Lissabon. Vgl. Campbell, op cit., S. 688–689 und Koopstra, op. cit., S. 252). Weitere Werke wie die Außentafeln eines verlorenen großen Altarstücks in der Londoner National Gallery (Inv.-Nr. NG 1082 und NG 1084) gingen aus Goossens Werkstatt wohl direkt an spanische oder portugiesische Kunden (vgl. Campbell, op cit., S. 702) und selbst auf der Insel Madeira im Museu de Arte Sacra in Funchal findet sich eine große „Anbetung der Könige“, die wahrscheinlich für eine dortige Kirche gefertigt wurde (vgl. ebd. sowie Carita, op. cit., S. 110-11, Nr. 32). Über die beiden Auftraggeber der Rosenkranzmadonna, die in pelzbesetztem Mantel und Ritterharnisch im Bild knien, ist bislang nichts
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