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Konisches Glas aus farblosem Glas mit weißem Latticino-Dekor Venedig oder Antwerpen, Ende des 16. – Anfang des 17. Jahrhunderts Im 18. Jahrhundert mit einem Fuß aus vergoldetem Silber montiert Punzierungen der Fassung: Augsburger Pyr 1741–1743 Goldschmied Johann Christoph Stenglin (Meister 1737–1775) H. 16,9 cm Gläser, deren Fuß zerbrochen war, sowie bestimmte, speziell für diesen Zweck angefertigte Exemplare konnten mit Fassungen aus Silber oder vergoldetem Silber versehen werden, die insbesondere Büsten von Persönlichkeiten, Windmühlen oder auch Glöckchen darstellten (Abb. 1 und 2). Diese Stürzbecher, die im 16. und 17. Jahrhundert vor allem in Deutschland und Holland besonders beliebt waren, wurden bei Wetten oder Trinkspielen verwendet, bei denen der Inhalt vollständig ausgetrunken werden musste, bevor das Glas wieder abgestellt werden durfte. Bei unserem Exemplar, das im 18. Jahrhundert in Augsburg gefasst wurde, als die Mode der Stürzbecher bereits vorbei war, lassen die Aufwendigkeit und die Form seiner Fassung eher an einen Kelch denken. Es sind mehrere Gläser bekannt, die einen ähnlich geformten Behälter und eine identische Latticino- und Bosselarbeit aufweisen, darunter insbesondere ein Exemplar, das im Museum für dekorative Künste in Prag aufbewahrt wird (Abb. 3) oder sich in einer Privatsammlung befindet (vgl. Erwin Baumgartner, Verre de Venise. Unveröffentlichte Schätze, Ausstellungskatalog, Musée Ariana, Genf, 1995, Nr. 191).
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