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Franquin ANDRÉ FRANQUIN GASTON Lagaffe verwöhnt uns (Band 8), Dupuis 1970 Originalzeichnung, Gag Nr. 562, erstmals veröffentlicht in „Le Journal de Spirou“ Nr. 1621 vom 8. Mai 1969. Signiert. Tusche auf Papier 30,6 × 45,2 cm (12,05 × 17,8 in.) Das ist ein perfekter Franquin. Perfekt, weil Franquin hier auf dem Höhepunkt seiner Kunst steht. Es handelt sich um eine Seite aus den späten 1960er Jahren, auf der er sich beim Zeichnen mit der Feder noch ganz wohl fühlt. Bald wird er auf den Rotring umsteigen … Denn schon im ersten Bild werden die Situation und die Charakterisierung der Figuren etabliert: Gaston muss aus dem Weg von De Mesmaeker geräumt werden, dem Mann, mit dem Dupuis einen Vertrag abschließen will. Doch der Tollpatsch wehrt sich und findet mit Hilfe seiner Kumpels einen Trick, um seinen guten Willen und sein Genie unter Beweis zu stellen: Er wird diesem wichtigen Mann den roten Teppich ausrollen… Franquin ist zweifellos ein virtuoser Zeichner, wohl der brillanteste seiner Zeit, aber vor allem ist er ein fabelhafter Regisseur, der es versteht, eine Dramaturgie aus elf fein abgestimmten Bildern zu inszenieren. Man muss die Dichte der Bilder betrachten, sie spielt eine wesentliche Rolle. Er spielt mit der Aufmerksamkeit des Lesers mit unglaublicher Meisterschaft und hält hier Hintergründe mit tausendundeinem skurrilen Detail bereit, was insbesondere beim Besuch beim Trödler der Fall ist. Ein weiterer aufschlussreicher Hinweis: die technische Geste, den Teppich in zu lockeren Boden festzunageln (bei Franquin wird alles perfekt beobachtet!), die den Ausgang der Geschichte ankündigt, ohne dass der Leser es ahnt. Im dritten Comicstreifen wird das Ticken des Schlussgags durch ein köstliches Wortspiel vorbereitet, das im letzten Bild seine explosive Auflösung findet. Große Kunst! Didier Pasamonik
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