Pour modifier votre ordre d’achat,
contactez la maison de ventes.
Le prix de réserve est le prix minimum accepté par le vendeur. Les enchérisseurs ne peuvent pas voir ce prix. Pour pouvoir remporter un objet, vous devez soumettre la meilleure enchère, et atteindre ou dépasser le prix de réserve.
Les inscriptions sont closes pour cette vente. Vous ne pouvez pas enchérir
Les montants convertis sont fournis à titre indicatif uniquement. Seule la devise déterminée par la maison de ventes fait foi. Vous pouvez sélectionner une autre devise en allant dans la section "Préférences" de votre profil.
Frais incluant les frais de l'étude et de la plateforme. Pour plus de précisions, veuillez vous référer aux conditions générales de vente de la maison de ventes.
"La Marche II" aus der sog. Neuen Kriegskunstfolge Wirkerei in gefärbter Wolle und Seide, auf Leinengewebe montiert. Aus dem Rahmen und der Bordüre herausgeschnittenes Bildfeld, am oberen und unteren Rand jeweils ein ca. 20 cm breiter Streifen verloren. In der Allongeperücke des vorderen rechten Reiters das Loch eines Pistolenschusses. Die Ränder umlaufend beschädigt, ältere Blauretusche des Himmels vermutlich bei der Reinigung und Restaurierung 2011/2012 verlaufen. Mit Trägergewebe H 320, B 551 cm. Judocus de Vos, Brüssel, 1712 - 1724, nach Entwürfen von Lambert de Hondt (II). Die Anfertigung von Tapisserien zur Würdigung militärischer Erfolge hat eine lange Tradition. Für das Publikum der Renaissance wurden Schlachten oft gewaltsam dargestellt, während sich im 17. Jahrhundert eine Tendenz zur Verherrlichung des ruhmreichen Feldherrn beobachten lässt. Die Folge, aus der die hier angebotene Tapisserie stammt, wurde nach Kartons des flämischen Künstlers Lambert de Hondt ausgeführt. Bereits in den 1690er Jahren hatte sein gleichnamiger Vorgänger Entwürfe für die sog. Erste Kriegskunstfolge geliefert, die nun, etwa zehn Jahre später, überarbeitet und dem barocken Geschmack angepasst wurde. In die Gestaltung flossen Elemente aus der Victories-Folge ein, die John Churchill, First Duke of Marlborough, für sein Schloss Blenheim Palace in Auftrag gegeben hatte. Im Gegensatz zur Ersten Kriegskunstfolge, die Marlborough ebenfalls besaß, wurden in der Victories-Folge nicht nur Szenen des militärischen Alltags gezeigt, sondern konkret seine militärischen Heldentaten abgebildet. Er wählte die Werkstatt von Judocus de Vos in Brüssel. Nach dem Sieg im Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714) bestellte Maximilian II. Emmanuel von Bayern eine zweite Version im selben Atelier, bei Judocus de Vos. Diese Tapisserie-Serie erwarb Maximilian Emmanuel für sein neues Schloss in Schleißheim, nachdem mit dem Frieden von Baden 1714 die Restitution seiner Kurwürde und seiner Territorien erfolgt war. Sie stellt die umfangreichste bekannte Version der Neuen Kriegskunstfolge dar und umfasst 14 Tapisserien unterschiedlichen Formats. Eine weitere Serie besaß Schriftquellen zufolge sein Sohn Clemens August von Bayern, Kurfürst und Erzbischof von Köln. Hierbei handelte es sich wohl um acht Tapisserien, die heute verloren sind. In Dresden sind bis zum Ersten Weltkrieg fünf Tapisserien der Neuen Kriegskunstfolge belegt, die sich ehemals wohl im Besitz Augusts des Starken befanden. Heute gehören sie zu den Beständen des Victoria & Albert Museums in London. Alan Wace, der 1968 zu den militärischen Tapisserien in Blenheim Palace publizierte, spürte außerdem einzelne Tapisserien und fragmentarische Serien der Neuen Kriegskunstfolge in Schloss Ivenack in Mecklenburg, Schloss Neudeck in Oberschlesien und in weiteren Sammlungen weltweit auf. Unsere Tapisserie La Marche II weicht in kleinen Details von der Schleißheimer Version ab, ist hingegen identisch mit der La Marche II-Tapisserie im V&A. Da die Bordüre der hier angebotenen Tapisserie verloren ist, lässt sich der Auftraggeber nicht mehr ermitteln, dessen Wappen sonst vielleicht zentral in der oberen Bordüre angebracht wäre. Auch die Möglichkeit die Bordürengestaltung mit der anderer Tapisserien zu vergleichen, ist nicht mehr gegeben. Zwar ist nicht geklärt, ob historische Personen auf der Tapisserie dargestellt sind, doch die Gewandfarbe und die große Ähnlichkeit mit einem Porträt von Charles Parrocel legt nahe, dass es sich bei dem Edelmann im blauen Justaucorps in der Bildmitte um den Sonnenkönig handeln könnte. Demnach war der Auftraggeber vermutlich entweder selbst Teil der Bourbonischen Allianz oder sympathisierte mit dieser. Die Vorbesichtigung dieses Lots findet vom 29. Oktober bis 20. November ausschließlich in unseren Brüsseler Räumen, Rue du Grand Cerf 6, statt. Provenienz Franz A. Menna, Köln, Auktion am 11./12. Juli 1950, Lot 631. Ab 1950 Steigenberger Hotel Frankfurter Hof in Frankfurt a. M. Auktion Nagel Stuttgart am 09.06.2010, Lot 167. Seit 2010 Privatsammlung München. Literatur Vgl. Wace, The Marlborough Tapestries at Blenheim Palace and their relation to other military tapestries of the war of the Spanish Succession, London-New York 1968.
La livraison est optionnelle. Vous pouvez recourir au transporteur de votre choix. Le prix indiqué n’inclut ni le prix du lot, ni les frais de la maison de vente.