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Kabinettschrank mit Szenen aus dem Neuen Testament Ebenholz und verschiedene Obstholzfurniere (u.a. Pflaume und Kirsche) auf Weichholz, ebonisiertes geschnitztes Holz; polychrome Kaltmalerei auf vergoldeten Kupferplatten, vergoldetes Messing, Schlösser aus Schmiedeeisen, Knäufe aus Elfenbein. Zweitürig über Basisschub und unter einem getreppten Giebel mit Mittelfach und zwei Seitenschüben. Innen zehn Schübe um ein größeres Mittelfach. Alle Füllungen innen bemalt mit Szenen aus dem Leben Jesu, auf Goldgrund, auf den Innentüren Mariä Heimsuchung und Anbetung. Auf den Innenwänden der Fächer illusionistische Marketerie. Rückseitig marketiert mit zwei Faltsternen. H 54,3, B 42,4, T 24 cm. Augsburg, zugeschrieben, um 1650. Der tragbare Schubladenschrank mit Fallklappe oder zwei Fronttüren war nie ausschließlich Funktionsmöbel. Ob beschlagen mit Silberapplikationen wie der legendäre verschollene Pommersche Kunstschrank des Augsburger Kunsthändlers Philipp Hainhofer (1578 - 1647) oder der fantastisch in verschiedenfarbigen Hölzern intarsierte Wrangel-Schrank im Westfälischen Landesmuseum Münster, ob mit Füllungen aus Hartsteinen des Florentiner Opificio delle Pietre Dure - immer verlockten die sichtbaren Fronten zur Verzierung. Bei diesem Kabinettschrank ist die Technik und Materialbeschaffenheit der Füllungen sehr ungewöhnlich und bemerkenswert: In miniaturhafter Kaltmalerei auf vergoldeten Kupfertäfelchen wird das Leben Jesu in zwölf Stationen geschildert. Die Zusammenstellung von Ebenholz, Vergoldung und Elfenbein wirkt besonders elegant und preziös trotz der zierlichen Größe des Möbels. Die Vermarktungsgenehmigung DE-K-260728-253 für den EU-Binnenmarkt liegt vor. Provenienz Privatsammlung. Ausstellungen Die Schildkröte auf dem Schrank. Möbelgeschichte(n) aus fünf Jahrhunderten, Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg 2005. Literatur Vgl. Kreisel, Die Kunst des deutschen Möbels, 2. Bd. Spätbarock und Rokoko, München 1970, S. 217, Abb. 362, das Möbel im Rijksmuseum Amsterdam. Vgl. Kowalski, Die Augsburger Prunkkabinette mit Uhr von Heinrich Eichler d.Ä. (1637-1719) und seiner Werkstatt, Berlin 2011, Abb. 4, das Möbel in der Sammlung The Art Institute Chicago, Inv. Nr. 19770.404. Dort auch mehrere Beispiele für rückseitig ähnlich furnierte Stücke. Dieses Objekt wurde unter Verwendung von Materialien hergestellt, für die beim Export in Ländern außerhalb der EU eine Genehmigung nach CITES erforderlich ist. Wir machen darauf aufmerksam, dass eine Genehmigung im Regelfall nicht erteilt wird.
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