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Kabinettscheibe mit dem Traum des Nebukadnezar Entfärbtes, leicht blasiges Glas und Farbglas, bemalt mit Schwarzlot, silbergelber Lasur und polychromen Schmelzfarben; alte Bleistege, jüngerer Rahmen aus Schmiedeeisen. Zentrale Abbildung des in seiner Rüstung auf der Erde liegenden Mannes, neben sich Zepter und Reichsapfel. Im Himmel darüber auf der oberen zentralen hellroten Scherbe beschriftet: "Die vier großen Rych diser Wällt/ darvon Der Prophet Daniel mäldt/ Die Nabuc donosor gesen hett/ Im troum zu nacht an sinem betth/ Eyn gar großes Bild vor im ston/ wie die rich werdend zergonn." Auf der unteren entfärbten Scheibe beschriftet: "OVID HAC ABSENTE IVVANT/ Die waaffen nützen nüt die keine hand wil führen/ wan wir dor zu kein lust und heldenmuth nit spühren/ also glückt sich auch nicht ein vorsatz woll bedacht/ wo ihn des höhsten hand und trib nicht fruchtbar macht". In den oberen Zwickeln links die Darstellung eines nackt auf dem Boden liegenden bärtigen Mannes, bezeichnet "SVPERBIA NABVCHODONOSOR", rechts die Szene Lot mit seinen beiden Töchtern. In der unteren linken Ecke um das Wappen der Lerbers bezeichnet und datiert: "Daniel Leerber des großen Raths zu Bern 1596". Einige Risse. H 41, B 35 cm. Schweiz/Bern, zugeschrieben, 1596. Die seltene Darstellung des träumenden babylonischen Königs, der auch als Nabuchodonosor bezeichnet wird, fußt auf unterschiedlichen Quellen, wobei meist auf das Buch Daniel 4 verwiesen wird. Der Traum wird zwar von Daniel / Belšazar gedeutet, findet aber mit dem Neuen Testament eine andere Konnotation. Als Auftraggeber der Scheibe kommt der Berner Ratsmann Daniel Lerber infrage mit den Lebensdaten 1569 – 1648. Eine weitere, 1630 von ihm gestiftete Scheibe befindet sich in der Kirche Münchenbuchsee, nördlich von Bern.
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