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Ignaz Elhafen, Nachfolge Relief mit tanzenden und musizierenden Bacchanten Elfenbein. In einem Stück mit der kastenartigen Rahmung gearbeitetes, in Stellen vollplastisches Relief. Insgesamt acht Figuren, einige tanzend und musizierend den zentralen kindlichen Bacchus feiernd. H 13, B 21,1 cm. Ignaz Elhafen (1658 - vor 1715), Nachfolge. Das äußerst fein geschnitzte vielfigurige Relief steht in einer Reihe gleicher Werke, meist aus einer Elfenbeinplatte mit ähnlichen Maßen gearbeitet, für die der in Innsbruck geborene Ignaz Elhafen bekannt war. Zwei Reliefs mit gleichen Darstellungen kamen über die Düsseldorfer Kunstsammlung des Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz in den Besitz des Bayerischen Nationalmuseums München. Die "Orgiastische Szene mit tanzendem Satyr und seinem Gefolge" (um 1707/08, Inv. Nr. R 4666.1) und ein "Fröhliches Bacchanal mit Musik und Tanz" (datiert 1710, Inv. Nr. R 4665) zeigen jeweils eine prägnante Szene, die in dem hier vorgestellten Relief zu einem neuen Bildzusammenhang verbunden wurden: Die rechte Seite aus R 4666.1 und der Weintrauben pressende Bacchus mit den beiden Kindern aus R 4665. Vom Relief R 4666.1 existieren fotografische Reproduktionen aus der Zeit 1869 - 87 (s. Rijksmuseum Amsterdam RP-F-00-2435). Laut Jens Ludwig Burk, dem Oberkonservator des Bayerischen Nationalmuseums, wurden die Objekte seit 1812 in München (Königliches Kunstkabinett im ehemaligen Theatinerkloster) öffentlich präsentiert, und ab den 1870er Jahren produzierte der Formator Kreittmayr Gipsabgüsse diverser Kunstobjekte aus dem Bayerischen Nationalmuseum, wozu möglicherweise auch die beiden Reliefs gehörten. Aufgrund dieser Reproduktionsgeschichte kann das vorliegende Relief nicht eindeutig datiert werden. Die Qualität der Schnitzerei ist jedoch den bisher bekannt gewordenen Kopien des 19. Jahrhunderts weit überlegen. Weitere Interpretationen des ovidischen Themas befinden sich im Kunsthistorischen Museum Kunstkammer Wien (bezeichnet als "Kindheit des Bacchus", Inv. Nr. KK 4188) und im Liebieghaus Frankfurt (Sammlung Reiner Winkler, Inv. St.P 850). Thomas Kuster erwähnt zusätzlich eine Ausführung in der Sammlung der Grafen Schönborn. Christan Theuerkauff und später Thomas Kuster folgten den wenigen archivalischen Spuren, die Ignaz Elhafen hinterlassen hat. Nach dem Eintrag seiner Taufe am 1. August 1658 in Sankt Jacob in Innsbruck taucht der bereits ausgebildete Elhafen erst wieder um oder vor 1685 als Bildschnitzer von zwei Zedernholzreliefs im Benediktinerstift Kremsmünster auf, wo sich eine Quittung über seine Arbeit erhalten hat. Der Niederländer Arnold Houbraken führt ihn in seinem 1721 publizierten Künstlerverzeichnis auf als "een Duitser", der in Rom gewohnt hat. Danach ist Ignaz Elhafen erst wieder zwischen 1697 und 1703 in Wien nachweisbar. Ab 1704 arbeitete er für Jan Wellem in Düsseldorf. In diese Zeit wird die Erfindung jener kastenartigen Elfenbeinreliefs datiert, deren erhabene Rahmung die Kostbarkeit des Kunstwerks zusätzlich betont. Das jüngste und wohl letzte Werk Elhafens entstand 1710; danach sind keine weiteren Archivalien oder Objekte seiner Person zuzuordnen. Man vermutet seinen Tod vor 1715. Vermarktungsgenehmigung 2026/BE02421/CE für den EU-Binnenmarkt liegt vor. Provenienz Privatsammlung Belgien. Literatur Vgl. Bückling/Haag (Hg), Elfenbein. Barocke Pracht am Wiener Hof, Frankfurt-Wien 2011, Kat. Nr. 33 f. Vgl. Bückling (Hg), White Wedding. Die Elfenbein-Sammlung Reiner Winkler jetzt im Liebieghaus. Für immer., Frankfurt-München 2019, Kat. 17. S.a. Theuerkauff, Studien zur Elfenbeinplastik des Barock, Matthias Rauchmiller und Ignaz Elhafen, Freiburg 1964 (Diss.) S.a. Kuster, Ignaz Elhafen (1658 - vor 1715) "Tyrolensis Sculptor", in: Bückling/Haag (Hg), Elfenbein. Barocke Pracht am Wiener Hof, Frankfurt-Wien 2011, S. 183 ff. Dieses Objekt wurde unter Verwendung von Materialien hergestellt, für die beim Export in Ländern außerhalb der EU eine Genehmigung nach CITES erforderlich ist. Wir machen darauf aufmerksam, dass eine Genehmigung im Regelfall nicht erteilt wird.
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