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Figur aus einer Geißelung Eiche. Hinten teilweise abgeflachte seltene Rückenfigur aus einem Retabel, in Schrittstellung auf einer abgeschrägten Plinthe stehend, beide Arme erhoben. Beide Hände angefügt, die fragmentarisch erhaltene obere Hand wohl original, die Rute verloren, kleine Abbrüche an der Plinthe. H 41,8 cm. Jan Borman I (?), Jan Borman II, zugeschrieben, um 1490 - 1520. Die Zuschreibung basiert auf der gleichen Figur aus der Szene der Geißelung des Heiligen Georg in dem Retabel, die sich heute im Besitz der Musées royaux d'Art et d'Histoire in Brüssel befindet. Die Erfindung dieser sowohl in der Haltung als auch in den ausgearbeiteten Details exzeptionelle Figur ist mit großer Sicherheit Jan I Borman zuzuschreiben. In der Frontalsicht ist das Gesicht nicht erkennbar - eher fällt das Detail des fehlenden Schuhs ins Auge. Die kippende Kreuzform des Umrisses und die Gesichtszüge betonen den niederträchtigen Charakter, mit dem der verlorene Mensch, der Folterknecht, in dieser Epoche gemeinhin dargestellt wird. Jan Borman der Ältere ist zwischen 1479 und 1520 als Bildhauer in Brüssel nachweisbar. Sein berühmtestes Werk ist die Sankt Georg-Retabel, die er vermutlich mit seinem Sohn Jan II Borman 1493 fertigstellte. Der um 1460 geborene Jan II Borman ist archivalisch besser erfasst. Er wurde 1479 als Mitglied der Gilde der Bildhauer in Brüssel gelistet, in der er ab 1487 für zwei Jahre eine leitende Position innehat. Im Jahr davor vollendet er die Arbeit am Altar in der Onze-Lieve-Vrouwekathedraal in Antwerpen. 1511 erhält er den Auftrag Holzmodelle und andere Skulpturen für die Gräber des Herzogs und der Herzogin von Brabant anzufertigen. Mehrere weitere Werke in Leuven, aber auch in Schweden werden ihm zugeschrieben. Sein wohl letzter Altar steht in Güstrow. Nach der Fertigstellung 1522 gibt es keine weiteren Zeugnisse von seiner Hand, so dass man vermutet, dass er um diese Zeit verstorben ist. Die spätmittelalterliche Bildhauerdynastie der Bormans leitete eine geschäftige Werkstatt in Brüssel, in der Aufträge von religiösen Institutionen ebenso wie von Bürgern und Fürsten eingingen. Ihre Werke sind meisterhaft gearbeitet und zählen zu den bedeutendsten Bildschöpfungen zwischen der flämischen Spätgotik und der frühen Renaissance. Provenienz Seit 1994 Privatsammlung Belgien.
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