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Franz Xaver Hellner Messkelch mit Lederfutteral Silber, vergoldet. Sechspassiger Fuß; die Zarge mit reliefiertem Kreuzstab. Die Pässe mit feingraviertem Dekor: Der gekreuzigte Christus mit Maria und Johannes, flankiert von den Heiligen Franz von Assisi und Karl Borromäus. Gegenständig das Allianzwappen der Familien von Papen und von Romberg zwischen graviertem Akanthus und einem Schriftband mit Widmungsgravur: "Caroline von Papen Lohe geb. von Romberg ihrem theuren Gemahl Egon von Papen Lohe Lohe d. 25. Dez. 1863", sowie: " Die celebrirenden Priester wollen der Familie von Papen-Lohe eingedenk sein". Über zwei sechseckigen Schaftstücken mit durchbrochenem Nodus die konische Kuppa in einem flachen Korb aus gewundenen Blütenranken. Dabei eine flache Patene mit gravierter Vera-Icon-Darstellung und ein Löffelchen mit gesägter Vierpassblume. Im originalen, lederbezogenen Holzfutteral. Ungemarkt. H 21,2 cm, Gesamtgewicht 612 g. Vermutlich Franz Xaver Hellner, Kempen, datiert 1863. Ein Kirchenschatz des Historismus: Liturgisches Silber der Erbsälzer-Familie von Papen. Die Erbsälzer bildeten das einflussreiche Patriziat der Stadt Werl, das über Jahrhunderte das erbliche, kaiserlich verbriefte Privileg zur alleinigen Salzgewinnung besaß und damit zu erheblichem Wohlstand gelangt war. Die katholische Familie von Papen zählt zu den bedeutendsten dieser traditionsreichen Linien und prägte über Generationen hinweg maßgeblich das wirtschaftliche und religiöse Leben der Region. Im 19. Jahrhundert waren es vor allem Franz v. Papen und seine Frau Caroline, die wiederholt als Stifter auftraten und bei namhaften Silberschmieden liturgisches Gerät in Auftrag gaben. 1850 heiratete Franz Egon v. Papen-Köningen, Erbherr zu Lohe und Erbsälzer zu Werl, Paula Carolina Freiin von Romberg zu Buldern. Der barocke Stammsitz der Familie v. Papen, Haus Lohe in Werl, wurde 1855 und 1885 durch den Kölner Dombaumeister Vinzenz Statz im neugotischen Stil erweitert und mit einer prachtvollen Kapelle ausgestattet. Das Kirchensilber und liturgische Gerät war bis 2003 als Leihgabe im Städtischen Museum Werl ausgestellt. BU zum Stich Alexander Duncker, Ansicht von Haus Lohe in Werl. Literatur Vgl. einen Messkelch des Meisters in der Sammlung des Kramer-Museums, Kempen, abgebildet im Kat. Sakrale Goldschmiedekunst des Historismus im Rheinland, Berlin 1992, S. 81, Abb. 47. Vgl. auch einen Kelch Hellners in St. Willibrord in Kellen, abgebildet bei Trier/Weyres (Hrg.), Kunst des 19. Jahrhunderts im Rheinland, Düsseldorf 1981, Abb. 6
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