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Bauhaus - Laszlo Moholy-Nagy. Brief mit eigenhändiger Unterschrift und einigen kleinen eigenhändigen Korrekturen. Dessau, 3. April 1928. Zwei Seiten. Ausrufzeit : ca. 12:49 (Zeitplan ohne Gewähr) An Erich Buchholz (1891-1972). - Sicher einer der letzten Briefe auf Moholy-Nagys privatem Dessauer Briefpapier, das neben seinem Namen lediglich die damalige Anschrift des Meisterhauses nennt. Ende März endete seine Tätigkeit am Dessauer Bauhaus und er folgte Gropius nach Berlin. - Ungemein bedeutender Brief über das künstlerische Selbstverständnis Moholy-Nagys, der sich gegen den in Fach- und Künstlerkreisen damals heftig diskutierten Vorwurf verteidigt, er habe seine Fotogramme erst durch die Arbeiten von Man Ray inspiriert angefertigt. »da es mir nicht gleichgültig ist, wie sie über mich denken, möchte ich die angelegenheit des fotogramms, soweit ich objektiv werden kann, ihnen erzählen. [...] sie wissen es so, dass man ray der erste war, der die kameralosen fotos veröffentlichte. was auf den druck solcher arbeiten sich bezieht, stimmt es tatsächlich. was auf die ›erfindung‹ sich bezieht, bin ich gleichzeitig dabei gewesen. ich habe im sommer 1922 in der rhön einen artikel geschrieben ›produktion-reproduktion‹, den ich zur veröffentlichung an doesburg/weimar einschickte. er [gestrichen] veröffentlichte den artikel in [De Stijl] nr 7/1922. || in diesem artikel beschrieb ich zwei versuche [...] in jener zeit hatte ich von man ray [!] ähnlichen arbeiten nich gewusst. || im herbst 1922 [...| traf ich in weimar bei doesburg [[gemeint ist der weltberühmte Kongress der Konstruktivisten und Dadaisten im September 1922] mich mit tzara, dem doesburg von meinem artikel erzählte. er erwähnte, dass man ray ähnliche versuche bearbeitet und interessierte sich für meine versuche. [...] ich fühlte mich gar nicht gestört, dass ich eine ›konkurrenz‹ habe, im gegenteil, es war für mich überzeugend, dass ich mit diesen arbeiten und zukunftsplänen auf dem richtigen wege bin, da ich es unabhängig von man ray gefunden habe. die grammofongeschichte [...] hing in der luft, also ist sie richtig [handschriftlich ergänzt:], meinte ich. || in jener zeit waren die eifersüchteleien in vollem gange, ich habe davon lange nichts gemerkt [...] später erfuhr ich (und zwar nach jahren von muche] dass lissitzky überall erzählte: ich hätte niemals fotogramme machen können, wenn er mir nicht vorher man ray arbeiten gezeigt hätte.« - Moholy erinnert an seine anfängliche Freundschaft zu El Lissitzky, habe aber »am ende gesehen, dass er ein fuchs ist.« - Entgegen der wortreichen Klarstellungsversuche, meint er, er sei »heute so nicht hungrig auf priorität«, hoffe aber auf eine korrekte Darstellung. - Der Brief schließt mit der Zusammenfassung »das fotogramm ist weder die erfindung von man ray, noch von mir. es existiert in kinderübungen schon lange. der witz fing bei seiner auswertung erst an. [...] mit herzlichen grüssen auch an [sic!] lucia ihr || Moholy-Nagy«. - Dass er nicht »von« seiner Ehefrau grüßte, kann man als freudsche Fehlleistung interpretieren. Sein keineswegs affektgetriebener Brief unterschlägt - wie auch der erwähnte De Stijl-Artikel - vollkommen Lucia Moholys gleichwertigen Anteil an den Fotogramm-Forschungen. - Beilage: Der von Moholy am Anfang des Briefes als Beilage erwähnte Artikel aus »Uhu« (Februar 1928), der Moholy als Erfinder der Fotogramme bezeichnet. - Aus dem Nachlass Erich Buchholz. Sein Atelier am Berliner Landwehrkanal, »heute eine Freifläche zwischen Bauhaus-Archiv und der Villa von der Heydt, gehörte in den frühen 1920er-Jahren zu den Fixpunkten der Berliner Avantgarden. Regelmäßig kamen Künstler wie László Moholy-Nagy, El Lissitzky und Arthur Segal in Buchholz’ dort gelegenem Atelier zusammen. english description: Dessau, 3. April 1928. Two pages. ATo Erich Buchholz (1891-1972). - Certainly one of the last letters written on Moholy-Nagy’s private Dessau stationery, which, aside from his name, lists only the address of the Meisterhaus at that time. At the end of March, his tenure at the Dessau Bauhaus came to an end, and he followed Gropius to Berlin. - An immensely significant letter regarding Moholy-Nagy’s artistic self-conception, in which he defends himself against the accusation—heavily debated at the time in professional and artistic circles—that he had created his photograms only after being inspired by the works of Man Ray. (Transl.:) “Since I am not indifferent to what you think of me, I would like to explain the matter of the photogram to you, as objectively as I can. [...] As you know, Ray was the first to publish camera-less photographs. As far as the printing of such works is concerned, that is indeed true. As for the ‘invention,’ I was there at the same time.” In the summer of 1922, I wrote an article titled “Production-Reproduction” in the Rhön, which I submitted to Doesburg in Weimar for publ
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