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EIN SELTENER UND MONUMENTALER STIERKOPF AUS KALKSTEIN, ALTES KÖNIGREICH VON SABA, UM 500 v. Chr. Südarabien. Kräftig als Stierkopf geschnitzt, mit massiver, langgestreckter Schnauze, die an der Spitze abgerundet und mit Nasenlöchern versehen ist, unter großen mandelförmigen Augen, die von fein geriffelten Augenbrauen und ausgeprägten unteren Falten eingerahmt werden. In der Mitte der Stirn befindet sich ein dreieckiges Feld aus tief eingeschnittenen, geschwungenen Locken, darüber ragen kurze Hörner mit quer verlaufenden Ringen empor, flankiert von hervorstehenden, gefalteten Ohren. Herkunft: Aus dem Besitz von Heidi Vollmoeller, Zürich, Schweiz. Aus der Privatsammlung von Dr. Athanasios C. Ghertsos, griechischer Konsul in Zürich, von der er das Objekt um 1977–1978 erwarb; von dort durch Erbschaft an seine Tochter Eleonora Frey, geb. Ghertsos, übergegangen. Dem Los liegt eine von Eleonora Frey, geb. Ghertsos, verfasste und unterzeichnete Kopie einer Provenienzbescheinigung bei, die die oben angegebene Herkunft bestätigt. Heidi Vollmoeller (1916–2004) war eine wegweisende Zürcher Antiquitätenhändlerin und gehörte zu den ersten Frauen, die sich Anfang der 1950er Jahre in dieser Branche etablierten. Ihre renommierte Galerie an der Bahnhofstraße belieferte bedeutende Sammler und internationale Museen; Werke, die einst aus ihrem Bestand stammten, befinden sich heute in Institutionen wie dem J. Paul Getty Museum und dem Corning Museum of Glass. Dr. Athanasios C. Ghertsos war griechischer Honorarkonsul in Zürich und ein bekannter Sammler von Antiquitäten und Münzen. Werke aus seiner Sammlung sind in institutionelle Sammlungen eingegangen, darunter die Numismatische Sammlung der Alpha Bank in Athen. Ghertsos war zudem ein langjähriger Förderer des Filmemachers Gregory J. Markopoulos und leistete finanzielle Unterstützung für das „Lexicon Iconographicum Mythologiae Classicae“. Zustand: Sehr guter Zustand, dem Alter entsprechend. Deutliche Fehlstellen, vor allem am angrenzenden Stein. Erwartete Abnutzung, Verwitterung und Erosion, Reste pigmentierter Verkrustungen im Bereich der Augen sowie vereinzelte Ablagerungen. Gewicht: 25,1 kg Maße: Höhe 35 cm Der Stier nahm in der religiösen Bildsprache und den Ritualen der Sabäer einen zentralen Platz ein. Er stand in enger Verbindung mit Almaqah, der Nationalgottheit von Saba und Herrscher des großen Awam-Heiligtums in Marib. In sabäischen Inschriften wird Almaqah sogar als „Stier von Ba’lum“ bezeichnet – ein Beiname, der die Assoziation des Tieres mit Macht und Fruchtbarkeit widerspiegelt. Stiere gehörten zudem zu den Tieren, die in Awam geweiht wurden, was zeigt, dass ihre Bedeutung über den rein symbolischen Charakter hinausging. Der Stier spielte ebenfalls eine aktive Rolle in der sabäischen Opferpraxis, wie Inschriften aus Awam belegen, die von Stieropfern berichten. Vor diesem rituellen Hintergrund verleiht der vorliegende monumentale Kopf einem Tier, das tief im sabäischen Kult verwurzelt und eng mit göttlicher Macht verbunden ist, eine imposante skulpturale Gestalt. Die monumentale Größe des vorliegenden Kopfes hebt ihn von den deutlich kleineren Stierprotomen und Stelen ab, die in weitaus größerer Zahl erhalten sind. Seine beträchtliche Auskragung und die Überreste des angrenzenden Steins stützen die Interpretation als architektonisches Protom, das möglicherweise einst in einen Säulensockel oder Altar innerhalb einer bedeutenden Kultstätte eingebunden war. Vergleich der Auktionsergebnisse: Typ: Eng verwandt Auktion: Sotheby’s London, 7. Dezember 2021, Los 21 Preis: 44.100 GBP oder ca. 66.000 EUR, umgerechnet und inflationsbereinigt zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Textes Beschreibung: Ein großer Ausguss eines südarabischen Trankopfer-Tisches aus Kalkstein, 3. Jahrhundert v. Chr. – 1. Jahrhundert n. Chr. Anmerkung des Experten: Vergleichen Sie das eng verwandte Kalksteinmaterial, die südarabische Herkunft und die Stierkopfform. Beachten Sie die unterschiedliche Funktion als Ausguss eines Trinktisches sowie die Tatsache, dass sich die Maße (20,2 x 24 x 42 cm) auf den gesamten Ausguss und nicht nur auf den Stierkopf beziehen. Vergleich der Auktionsergebnisse: Typ: Eng verwandt Auktion: Sotheby’s London, 7. Dezember 2021, Los 7 Preis: 50.400 GBP oder ca. 74.000 EUR, umgerechnet und inflationsbereinigt zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels Beschreibung: Eine südarabische Stele aus Alabaster in Form eines Stiers, Qataban, 3. Jahrhundert v. Chr. – 1. Jahrhundert n. Chr. Anmerkung des Experten: Vergleichen Sie die Stierkopfform mit der langgestreckten Schnauze, den mandelförmigen Augen und den stark ausgeprägten Augenbrauen. Beachten Sie die Größe der gesamten Stele (35,2 cm) sowie die abweichende Funktion als Grabstele, das Material Alabaster, die Herkunft aus Qataban und die spätere Datierung. Aufgrund von Längenbeschränkungen bei Drouot wurde dieser Eintrag gekürzt. Die vollständige Beschreibung finden Sie unter www.zacke.at.
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