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Julius Goltzius, Niederländer, ca. 1550–1595 – „Mein Greit; mein Greit“: Ein Soldat verabschiedet sich von seiner Frau; Kupferstich auf Papier, signiert „Julius Goltius Sculp:“ (auf der Platte, in der Mitte), 16,8 x 29 cm. Provenienz: Albert van Loock (ca. 1917–2011). Anmerkung: Die Inschrift lautet: „Mein Greit; mein Greit; ich muss da von So baldt ich hör die Sturmklock schlon Och Mann, wie bist du nu so stawr Dis Leiden fällt mir viel zu saur‘ Auf Deutsch: „Meine Liebste, meine Liebste,* ich muss fort, sobald ich die Sturmglocke läuten höre. Oh Mann, warum bist du nun so starr? Dieses Leiden ist mir viel zu bitter.“ *„Griet“ oder „Greit“ kann sowohl als Diminutiv von Margaret (Margriet, Margarete oder Margarita) als auch als umgangssprachliche Bezeichnung für „Mädchen“, „Liebling“ oder „Schatz“ gelesen werden. Unter der Signatur trägt der Stich die Nummer „1“, was darauf hinweist, dass es sich um den ersten Druck einer erzählerischen Serie mit dem Titel „Bauernpaar“ handelt: ein verbreitetes, oft satirisches Genre, das sich mit der Liebe und dem Alltag von Bauern und Landleuten befasst. Der Soldat und der Glockenschlag sind Anspielungen auf den Achtzigjährigen Krieg (1568–1648), während dessen diese Platte wahrscheinlich gestochen wurde. Der vorliegende Abzug stammt vermutlich aus dem frühen 17. Jahrhundert. Julius Goltzius war ein in Antwerpen geborener Kupferstecher und Verleger. Er war der Sohn von Hubert Goltzius (1526–1583), ebenfalls Kupferstecher, Verleger und Humanist. Goltzius war der Schwager von Pieter Coecke van Aelst (1502–1550), der später der Schwiegervater von Pieter Bruegel dem Älteren (ca. 1525/30–1569) werden sollte.
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