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Pierre Molinier* (Agen 1900 - 1976 Bordeaux) Liegende Aktstudie, späte 1960er Jahre Vintage Silbergelatineabzug 12,6 x 17,6 cm verso Notizen des Fotografen SCHÄTZPREIS / ESTIMATE € 500 - 1200 STARTPREIS / STARTING PRICE € 500 Pierre Molinier (1900–1976) war ein französischer Maler, Fotograf und Objektkünstler, dessen Werk zu den radikalsten Erscheinungen des europäischen Surrealismus zählt. In seinen Fotografien und Collagen inszenierte er den eigenen Körper, Masken, Perücken, Korsetts, Strümpfe und künstliche Gliedmaßen in komplexen erotischen Kompositionen. Durch Überlagerungen, Fotomontagen und Spiegelungen schuf er hybride Körperbilder, in denen Identität, Geschlecht und Begehren bewusst ineinander übergehen. Moliniers obsessive Beschäftigung mit Fetischismus, Aktfotografie und Selbstinszenierung führte zu einer Bildwelt zwischen Traum, Erotik und surrealistischer Fantasie. André Breton erkannte früh die Bedeutung seiner Arbeiten und veröffentlichte Moliniers Fotografien 1965 in der surrealistischen Zeitschrift Le Surréalisme, même. Moliniers Werk steht im Kontext des Surrealismus und lässt sich mit Claude Cahun über die fotografische Konstruktion von Identität und Geschlecht verbinden. Während Cahun bereits in den 1920er und 1930er Jahren mit Maskierung, Rollenspiel und androgynen Selbstbildern arbeitete, radikalisierte Molinier diese Strategien durch Fetischobjekte, Aktfotografie und fotografische Montage. In der späteren Kunstgeschichte finden sich verwandte Fragestellungen bei Jürgen Klauke und Ron Athey, deren Arbeiten ebenfalls Körper, Sexualität, Geschlechteridentität und gesellschaftliche Normen zum Gegenstand machen. Zwischen Surrealismus, Performance, Körperkunst und experimenteller Fotografie entwickelte Molinier damit eine ausgesprochen persönliche Bildsprache, die den fotografierten Körper nicht als feststehende Identität, sondern als veränderbare und inszenierbare Konstruktion begreift.Bitte beachten: Der Kaufpreis besteht aus Meistbot zuzüglich des Aufgeldes, der Umsatzsteuer sowie gegebenenfalls der Folgerechtsabgabe und der Plattformgebühr. Bei Normalbesteuerung (mit ° gekennzeichnet) kommt auf das Meistbot ein Aufgeld in der Höhe von 24% hinzu. Auf die Summe von Meistbot, Aufgeld und Plattformgebühr kommt die gesetzliche Umsatzsteuer von 13%, bei Fotografien 20% hinzu. Bei Differenzbesteuerung beträgt das Aufgeld 28%. Die Umsatzsteuer ist bei der Differenzbesteuerung inkludiert.
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