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Willi Baumeister (Stuttgart 1889 - 1955 Stuttgart) Groteske I, 1946 Lithografie/Papier 26,7 x 34,6 cm signiert Baumeister, nummeriert 29/50 SCHÄTZPREIS / ESTIMATE € 400 - 600 STARTPREIS / STARTING PRICE € 400 Friedrich Wilhelm „Willi“ Baumeister wurde am 22. Januar 1889 in Stuttgart geboren. Von 1905 bis 1907 absolvierte er eine Ausbildung zum Dekorationsmaler und besuchte parallel die Königliche Württembergische Akademie der bildenden Künste in Stuttgart. Ab 1909 studierte er in der Kompositionsklasse von Adolf Hölzel, dessen Lehre zu Farbe, Fläche und Bildaufbau für Baumeisters Entwicklung wegweisend wurde. Im Umfeld der Hölzel-Schule begegnete er früh Oskar Schlemmer, Johannes Itten, Ida Kerkovius, Hermann Stenner und Max Ackermann. Gemeinsam verband diese Künstler das Interesse an einer vom Gegenstand zunehmend unabhängigen, auf Farbe, Form und Bildrhythmus gegründeten Malerei. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte Baumeister zu den Mitbegründern der Stuttgarter Üecht-Gruppe und wurde Mitglied der Berliner Novembergruppe. Zugleich arbeitete er als Typograf und Bühnenbildner; bereits 1919 entstand sein erstes Bühnenbild für das Deutsche Theater Stuttgart. In den 1920er-Jahren entwickelte er eine eigenständige, konstruktiv und zugleich dynamisch geprägte Formensprache. Werkgruppen wie die Mauerbilder, Maschinenbilder, Sportbilder und Figurenbilder verbinden flächige Komposition, geometrische Ordnung, Typografie und das Bild der modernen Industriegesellschaft. In ihrer Reduktion auf elementare Formen und Bildstrukturen stehen diese Arbeiten im größeren Zusammenhang der europäischen Moderne, etwa mit den abstrakten Ordnungsprinzipien von Piet Mondrian und der poetisch-zeichenhaften Bildsprache von Paul Klee. 1928 wurde Baumeister als Professor an die Städtische Kunstgewerbeschule in Frankfurt am Main berufen. Nach seiner Entlassung durch die Nationalsozialisten 1933 lebte und arbeitete er wieder in Stuttgart und zeitweise in Wuppertal, wo er für eine Lackfabrik tätig war. Trotz des 1941 verhängten Mal- und Ausstellungsverbots arbeitete er im Verborgenen weiter. In diesen Jahren entstanden unter anderem die Ideogramme, Eidos-Bilder, Gilgamesch- und Montaru-Arbeiten, in denen sich sein Interesse an Zeichen, Mythos, Urformen und einer überzeitlichen Bildsprache verdichtete. Die organisch-abstrakte Formfindung seiner späten Arbeiten lässt sich dabei auch mit Hans Arp in Beziehung setzen, dessen biomorphe Formen und poetische Auffassung der Abstraktion einen wichtigen Bezugspunkt der europäischen Avantgarde darstellen. 1946 kehrte Baumeister als Professor für Malerei an die wiedereröffnete Stuttgarter Akademie zurück. Mit seiner programmatischen Schrift Das Unbekannte in der Kunst von 1947 wurde er zu einem einflussreichen Theoretiker der modernen und abstrakten Kunst. Internationale Ausstellungen und Kontakte machten sein Werk bereits früh über Deutschland hinaus bekannt. Willi Baumeister starb am 31. August 1955 während der Arbeit in seinem Stuttgarter Atelier.Bitte beachten: Der Kaufpreis besteht aus Meistbot zuzüglich des Aufgeldes, der Umsatzsteuer sowie gegebenenfalls der Folgerechtsabgabe und der Plattformgebühr. Bei Normalbesteuerung (mit ° gekennzeichnet) kommt auf das Meistbot ein Aufgeld in der Höhe von 24% hinzu. Auf die Summe von Meistbot, Aufgeld und Plattformgebühr kommt die gesetzliche Umsatzsteuer von 13%, bei Fotografien 20% hinzu. Bei Differenzbesteuerung beträgt das Aufgeld 28%. Die Umsatzsteuer ist bei der Differenzbesteuerung inkludiert.
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