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Marianne Fieglhuber-Gutscher* (Wien 1886 - 1978 Graz) Junges Mädchen, 1936 Öl/Leinwand 78 x 62 cm signiert Fieglhuber-Gutscher, datiert 36 verso beschriftet Junges Mädchen, Fieglhuber-Gutscher abgebildet in Widder, Fieglhuber-Gutscher, 2022, S.65, Nr. 86. SCHÄTZPREIS / ESTIMATE °€ 1600 - 2600 STARTPREIS / STARTING PRICE °€ 1600 Marianne Fieglhuber-Gutscher war eine österreichische Malerin des 20. Jahrhunderts und gehört zur sogenannten „vergessenen Generation“ von Frauenkünstlerinnen, die trotz hoher künstlerischer Qualität über Jahrzehnte weitgehend unbeachtet blieb. Ihr Werk ist dem expressiven Realismus zuzuordnen und zeichnet sich durch lebhafte Farbigkeit, klare Komposition und eine sensible Beobachtung des Zwischenmenschlichen aus. Ab 1904 erhielt sie ihre Ausbildung an der Kunstschule für Frauen und Mädchen in Wien, wo sie bei Maximilian Kurzweil und Ludwig Michalek studierte. Früh schloss sie sich dem Radierklub der Wiener Künstlerinnen an und nahm regelmäßig an dessen Ausstellungen teil. Später vertiefte Fieglhuber-Gutscher ihre Ausbildung im privaten Malunterricht bei Robin Christian Andersen und Egge Sturm-Skrla, die beide enge Verbindungen zur avantgardistischen Kunstszene Wiens pflegten: Andersen war Mitglied der Neukunstgruppe um Egon Schiele, während Sturm-Skrla dem Hagenbund angehörte und freundschaftlichen Kontakt zu Anton Faistauer hielt. Fieglhuber-Gutscher stellte im Wiener Künstlerhaus, in der Secession und im Neuen Hagenbund aus – Institutionen, die entscheidend für die Entwicklung der österreichischen Moderne waren. In ihrem künstlerischen Werdegang vollzog sich der Übergang vom dekorativ geprägten Jugendstil hin zum intensiven Farbexpressionismus. Ihr Werk umfasst Landschaften, Stillleben, Figurenbilder und weibliche Akte, die eine eigenständige Verbindung von emotionaler Ausdruckskraft und formaler Geschlossenheit zeigen. Im kunsthistorischen Kontext lassen sich Bezüge zu bedeutenden Künstlerpersönlichkeiten wie Gustav Klimt, Carl Moll, Josef Hoffmann, Koloman Moser und Joseph Maria Olbrich erkennen, die mit ihren Entwürfen den Jugendstil entscheidend prägten. Ebenso zeigen sich Affinitäten zu Ausdruckskünstlern wie Oskar Kokoschka, Richard Gerstl, Albin Egger-Lienz und Egon Schiele, deren farbintensiver und psychologisch aufgeladener Stil auch in ihrem Werk nachwirkt. Darüber hinaus steht Fieglhuber-Gutscher in einem weiteren geistigen Umfeld mit Künstlern wie Albert Paris Gütersloh, Matthias Herrmann, Lois Pregartbauer, Rudolf von Alt, Broncia Koller-Pinell, Anton Mahringer und Karl Revy, deren Arbeiten – zwischen Realismus, Expressionismus und Moderne – eine ähnliche Suche nach persönlicher Wahrheit und bildnerischer Klarheit erkennen lassen. Marianne Fieglhuber-Gutschers Malerei vermittelt damit eine eigenständige Position innerhalb der österreichischen Kunst des 20. Jahrhunderts – im Spannungsfeld zwischen der dekorativen Eleganz des Jugendstils, der expressiven Intensität der Moderne und der stillen Kraft weiblicher Selbstbehauptung in einer von Männern dominierten Kunstwelt.Bitte beachten: Der Kaufpreis besteht aus Meistbot zuzüglich des Aufgeldes, der Umsatzsteuer sowie gegebenenfalls der Folgerechtsabgabe und der Plattformgebühr. Bei Normalbesteuerung (mit ° gekennzeichnet) kommt auf das Meistbot ein Aufgeld in der Höhe von 24% hinzu. Auf die Summe von Meistbot, Aufgeld und Plattformgebühr kommt die gesetzliche Umsatzsteuer von 13%, bei Fotografien 20% hinzu. Bei Differenzbesteuerung beträgt das Aufgeld 28%. Die Umsatzsteuer ist bei der Differenzbesteuerung inkludiert.
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