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Meister der Kleinen Kölner Passion (Deutschland, 15. Jahrhundert) Christus am Kreuz (Die Kreuzigung) Öl auf Leinen 21 1/4 x 16 3/8 in. (54 x 41,5 cm) Aus dem Nachlass von Botschafter J. William Middendorf II., Rhode Island Dieses Los befindet sich in Philadelphia. Gerahmt: 25 1/4 x 20 3/8 x 2 1/4 in. Für einen detaillierten Zustandsbericht wenden Sie sich bitte an Fineart@freemansauction.com. Provenienz: Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln, 1888–1943. Privatsammlung. Sotheby’s, London, Auktion vom 8. Mai 2019, Los 23. Literatur: Verzeichnis der Gemälde des Wallraf-Richartz-Museums Stadt Köln, Köln 1914, S. 26, Inv.-Nr. 53 (als „Meister der Heiligen Veronika“). Alfred Stange, Deutsche Malerei der Gotik, Bd. III, Berlin, 1938, S. 79 (als „Meister der kleinen Kölner Passion“). Katja von Baum, Malerei auf textilem Bildträger im 15. Jahrhundert in Köln. Gemäldebestand – Herstellungstechniken – Erscheinungsformen, Dissertation, Bamberg, 2008, S. 105–106, Nr. 15, abgebildet S. 29, Abb. 63 (als „Kölner Schule, um 1400–1415, Standort unbekannt“). Anmerkung zum Los: Das vorliegende Werk bildete ursprünglich die Außenflügel eines Triptychons mit Szenen aus der Passion Christi, das sich heute in der Sammlung des Wallraf-Richartz-Museums in Köln (Inv.-Nr. WRM 0038) befindet und eine Kreuzigungsszene enthält, die in engem Zusammenhang mit dem vorliegenden Los steht. Zudem könnte dieses Gemälde Teil einer Serie zur Darstellung der Passion gewesen sein, bei der jede Szene als eigenständiges, gerahmtes Bild auf Leinenausführung ausgeführt wurde – eine Technik, die als „Tüchlein“ bezeichnet wird. In Köln erfreuten sich Darstellungen der Passion Christi großer Beliebtheit und knüpften ikonografisch an byzantinische Vorbilder an. „Tüchlein“ waren oft zum Einrahmen sowie für devotionale oder didaktische Zwecke bestimmt. Köln war ein wichtiges Zentrum für die Herstellung von „Tüchlein“-Gemälden, von denen aufgrund der Empfindlichkeit ihrer Materialien nur relativ wenige Exemplare erhalten sind. Im Gegensatz zu Fahnen und Wimpeln, die in der Regel für den vorübergehenden Gebrauch konzipiert waren, waren diese Gemälde für die dauerhafte Ausstellung bestimmt und wurden als eigenständige Kunstwerke geschätzt. Inventarlisten bereits aus dem 15. Jahrhundert belegen ihre Präsenz in privaten und kirchlichen Sammlungen, insbesondere in Italien, wo sie manchmal in größerer Zahl verzeichnet waren als Tafelbilder. Ihre flexiblen Träger erleichterten zudem den Transport und ermöglichten vielfältige Präsentationsformen. Im 15. und 16. Jahrhundert wurden Tüchlein-Gemälde häufig zwischen einer Holzplatte und einem Rahmen befestigt, wodurch eine Oberfläche entstand, die dem Erscheinungsbild eines Tafelgemäldes stärker ähnelte. Mit seinen langgestreckten Figuren, den fließenden Gewändern, der lebendigen, juwelenartigen Farbpalette und den zarten Akzenten aus Blattgold verkörpert das Werk die charakteristischen Merkmale der Kölner Malerei des 14. und 15. Jahrhunderts. Seine raffinierte Linienführung und Eleganz spiegeln den Einfluss französischer illuminierter Handschriften und des internationalen gotischen Stils wider, gepaart mit den lyrischen Formen und der stimmungsvollen Farbgebung, die mit der Sieneser Schule assoziiert werden. Die Kölner Schule widersetzte sich der naturalistischen Modellierung und der Verwendung der linearen Perspektive, die für die Florentiner Renaissance charakteristisch waren, und bewahrte stattdessen die stilistischen Konventionen byzantinischer und gotischer Kunsttraditionen.
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