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live 12. November | 02:00 PM
Karl & Faber

183 - Joseph Maria Olbrich (1867 Troppau - Düsseldorf 1908), Elegante Dame in ein Opel-Automobil steigend.

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Joseph Maria Olbrich (1867 Troppau - Düsseldorf 1908), Elegante Dame in ein Opel-Automobil steigend. Aquarell, weiß gehöht und Bleistift auf bräunlichem Velin. (Ca. 1906). Ca. 23 x 29,5 cm. Signiert unten rechts. Joseph Maria Olbrich war zu seiner Zeit das, was man heute einen Designer nennen würde. In für die Wiener Kunst um 1900 charakteristischer Weise vertrat er einen erweiterten Kunstbegriff, der die Grenzen zwischen den Gattungen auflöste. Architektur, Kunsthandwerk und Gebrauchsgegenstände sollten sich zu einem einheitlichen ästhetischen Konzept verbinden. Olbrichs Werk steht damit exemplarisch für die Idee des „Gesamtkunstwerks“, in dem die verschiedenen Künste miteinander vereint sind. Die Kooperation von Joseph Maria Olbrich mit der Familie Opel in Rüsselsheim begann 1906. Sie steht für eine frühe Verbindung von Kunst, industrieller Fertigung und der Gestaltung des modernen Alltags. Die Zusammenarbeit umfasste neben dem sogenannten „Arbeiterhaus Opel“ auch einen Konzeptentwurf für ein Opel-Automobil. Die um 1906 entstandenen Entwürfe gehören zu den bemerkenswerten frühen Beispielen dafür, dass ein renommierter Architekt und Künstler die äußere Form eines Automobils als eigenständige Gestaltungsaufgabe begriff und damit Kunst und industrielle Massenfertigung miteinander verband. Entgegen dem bekannten Designentwurf erscheint das Automobil in der vorliegenden Zeichnung weniger als elegantes Prestigeobjekt denn als Protagonist einer alltäglichen Szene. Die sorgfältig ausgeführte Zeichnung verbindet die technische Errungenschaft des Automobils mit der modischen und gesellschaftlichen Lebenswelt ihrer Zeit. Gerade diese Verbindung von Funktion, Form und Atmosphäre macht den besonderen Reiz des Blattes aus. Die Darstellung vermittelt einen Eindruck vom Aufbruch in die Moderne, in der das Automobil zum Symbol von Mobilität und technischem Fortschritt wurde. So begegnen sich in diesem Blatt auf besondere Weise historisches Zeitzeugnis und künstlerisch ausgeführte Zeichnung. Die Kooperation Olbrichs mit Opel endete bereits 1908 mit dem frühen Krebstod des Künstlers. Das Werk ist damit auch als Zeugnis für Olbrichs weit gefasstes Verständnis von Gestaltung von Interesse. Provenienz: Privatsammlung, Rheinland. Taxation: differenzbesteuert (VAT: Margin Scheme).

Auktion

Auction 347 | Old Masters & 19th Century Art
Donnerstag, 12. November
02:00 PM
Amiraplatz 3
80333 Munich, Deutschland

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Karl & Faber +(49)8.92.21.868 info@karlundfaber.de
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