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live 12. November | 02:00 PM
Karl & Faber

176 - Adolph Menzel (1815 Breslau – Berlin 1905), Gewandstudie.

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Schätzungen

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Verkaufsgebühren

34 %

Adolph Menzel (1815 Breslau – Berlin 1905), Gewandstudie. Kohle und Pastell auf braunem Velin. (18)52. Ca. 31,5 x 24 cm. Monogrammiert und datiert oben links. Wir danken Dr. Claude Keisch, Berlin, für die Bestätigung der Authentizität auf Grundlage einer digitalen Fotografie. Mit kräftigen Strichen modelliert Adolph Menzel die schweren Stoffbahnen, die sich um den Körper der Figur legen. Das Gesicht bleibt verborgen, Hände und Körper sind nur angedeutet. Menzels ganze Aufmerksamkeit gilt dem Gewand: dem Wechsel von tiefen Schatten und hell aufleuchtenden Falten, dem Gewicht des Stoffes und seiner Bewegung. Dunkle Partien und sparsam gesetzte helle und rötliche Akzente verleihen der Darstellung eine erstaunliche Plastizität. Die 1852 entstandene Gewandstudie steht im Zusammenhang mit Menzels Darstellung des zwölfjährigen Christus im Tempel. Ausgangspunkt war das 1851 datierte Pastell „Der Christusknabe im Tempel (Jesus unter den Schriftgelehrten)“, das sich heute in der Hamburger Kunsthalle befindet. Für eine geplante großformatige Fassung fertigte Menzel mehrere vorbereitende Studien an; die vorliegende Zeichnung diente der Ausarbeitung der Figur Mariens. Im Sommer 1852 wiederholte er die Komposition zudem als Schabkunst-Lithografie. Die Konzentration auf ein einzelnes Detail ist für Menzels Arbeitsweise bezeichnend. Stoff und Faltenwurf werden genau auf ihre Wirkung hin untersucht. Helle Akzente heben einzelne Faltenstege hervor, während die dunklen Partien Tiefe und Volumen schaffen. Der stellenweise offenbleibende Strich bewahrt dabei den unmittelbaren Charakter der Studie. Eine besondere Geschichte besitzt das Blatt durch seine Provenienz. Es befand sich in der Sammlung Max Liebermanns, der Menzel außerordentlich schätzte. 1926 lieh Liebermann die Zeichnung zur „Ausstellung älterer und neuerer Berliner Kunst“ in Nürnberg aus; 1929 war sie in der Ausstellung „Hundert Jahre Berliner Kunst im Schaffen des Vereins Berliner Künstler“ in Berlin zu sehen. Später gelangte sie in die Sammlung des Kunsthistorikers und Museumsdirektors Eberhard Hanfstaengl. So gibt das Blatt nicht nur unmittelbaren Einblick in Menzels zeichnerischen Arbeitsprozess. Mit seiner späteren Zugehörigkeit zur Sammlung Max Liebermanns besitzt es zugleich eine bemerkenswerte Sammlungsgeschichte. Das Werk ist frei von Restitutionsansprüchen. Mit den Erben nach Max und Martha Liebermann wurde eine faire und gerechte Lösung erzielt. Wir danken den Vertreterinnen der Erben für die gute Zusammenarbeit und die freundliche Unterstützung. Literatur: Faass, Martin (Hrsg.), Verlorene Schätze. Die Kunstsammlung von Max Liebermann, Berlin 2013, Nr. 133. Ausstellung: Ausstellung älterer und neuerer Berliner Kunst, Albrecht-Dürer-Verein, Nürnberg, 1926; Hundert Jahre Berliner Kunst im Schaffen des Vereins Berliner Künstler, Berlin, 1929. Provenienz: Sammlung Otto Herrmann Claass (1849-1934); Galerie Paul Cassirer/Helbing, Berlin/München, 21.11.1916, Nr. 223; Max Liebermann, Berlin (bis mindestens 1926); Sammlung Dr. Eberhard Hanfstaengl, München; Hauswedell&Nolte, 9./10.6.1983, Los 970; Privatsammlung, Norddeutschland. Taxation: differenzbesteuert (VAT: Margin Scheme).

Auktion

Auction 347 | Old Masters & 19th Century Art
Donnerstag, 12. November
02:00 PM
Amiraplatz 3
80333 Munich, Deutschland

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