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Hans Thoma (1839 Bernau - Karlsruhe 1924), Hügellandschaft. Öl und Kohle auf Karton. (18)86. Ca. 61 x 74 cm. Monogrammiert und datiert unten links. Thode S. 242 oben In den 1880er Jahren befand sich Hans Thomas Landschaftskunst am Übergang von einer realistischen Naturbeobachtung hin zu einer symbolisch aufgeladenen Ideallandschaft – unser Gemälde gehört sicher noch der ersten Gruppe an: Der Blick fällt über eine Felskuppe im Vordergrund auf ein sanft welliges Tal, durch das sich ein befestigter Weg zieht, doch beherrscht wird die Ansicht von dem aufsteigenden, mit Bäumen bewachsenen Hügel mit zwei Kuppen, der ausschnitthaft nahezu das gesamte Bild einnimmt und oben nur einen kleinen Streifen des wolkigen Himmels freigibt. Seine Farbigkeit aus kräftigem Blau und hellem Weiß, im dem immer wieder der Grund der Malpappe durchscheint, kontrastiert mit den erdigen Brauntönen der Hügellandschaft. Auch wenn das Gemälde nicht ganz zu Ende geführt ist, bezieht es seinen wesentlichen Reiz aus diesem farblichen Kontrast. Thoma hat die Landschaft direkt auf dem Karton mit dem Kohlestift als Vorzeichnung angelegt, die er als eigenständiges Gestaltungsmittel stehen lässt – die Ölfarbe hat er nur ganz dünn lasierend, fast transparent aufgetragen, so dass die Lineatur der Kohle durchscheint – es entstanden so gebrochene, erdige Farbnuancen, die nicht glatt aufgetragen wurden sondern fast eine handwerkliche Textur zeigen. Hierin manifestiert sich eine Kunstauffassung, die nach einfachen Ausdrucksmitteln und Natürlichkeit auch in der Landschaft suchte. Unser Gemälde zeigt möglicherweise einen Blick in das Böllental in der Nähe seiner Heimat Bernau im Schwarzwald, die Thoma immer wieder aufsuchte, doch geht es ihm um keine topografische Dokumentation sondern um Landschaft allgemein als mentalen Zufluchtsort angesichts der zunehmenden Industrialisierung und Urbanisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In ihnen ist die Zivilisation ganz fern; sie sind Sinnbild für Verwurzelung und Heimat, der Thoma lebenslang verbunden blieb. Dr. Peter Prange Ausstellung: Sächsischer Kunstverein, Dresden (auf der Rahmenabdeckung mit dem Etikett); Thoma-Ausstellung. Gemälde von Hans Thoma aus deutschem Privatbesitz ausgestellt, 1922 in der National-Galerie. Betrachtungen und Verzeichnis, Berlin 1922, S. 130, Kat.-Nr. 139; Hans Thoma 1839-1924. Gedächtnisausstellung zum 100. Geburtstag, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Karlsruhe 1939, S. 45, Kat.-Nr. 147. Provenienz: Charlotte Schumm-Walter (1860-1947), Bonn; Elisabeth Rosenkranz-Schumm (1881-1974), Kreuznach (1922); Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen. Taxation: differenzbesteuert (VAT: Margin Scheme).
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