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live 12. November | 02:00 PM
Karl & Faber

87 - Woldemar Graf von Reichenbach (1845 Waltdorf – Wachwitz 1914), Frühlingserwachen.

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Woldemar Graf von Reichenbach (1845 Waltdorf – Wachwitz 1914), Frühlingserwachen. Öl auf Leinwand. (Ca. 1890). Ca. 124 x 185 cm. Signiert unten links und mittig, verso zweifach monogrammiert sowie auf einem Etikett bezeichnet. Wir danken Claudia Maria Müller, Dresden, für ihre freundlichen Hinweise zum Künstler. Woldemar Graf von Reichenbach zählt zu den eigenwilligen Erscheinungen der Dresdner Malerei des späten 19. Jahrhunderts. 1846 in Walddorf bei Neiße geboren, erhielt er seine künstlerische Ausbildung an der Weimarer Kunstschule bei Karl Gussow und Albert Brendel. Nach Studien- und Bildungsreisen, die ihn unter anderem in die Niederlande, nach England und Italien führten, ließ er sich in der Dresdner Umgebung nieder und lebte seit den 1890er Jahren in Wachwitz. Sein Œuvre entzieht sich einer eindeutigen stilistischen Zuordnung. Die zeitgenössische Kritik hob gerade die ungewöhnliche Verbindung von minutiöser malerischer Durcharbeitung, kräftiger Farbigkeit und einem ausgeprägten Sinn für das Phantastische und Groteske hervor. Reichenbach schuf Landschaften, Interieurs, Stillleben und Genredarstellungen ebenso wie mythologische und literarisch inspirierte Kompositionen. Besonders charakteristisch ist jene eigentümliche Bildwelt, wie sie sich auch in „Frühlingserwachen“ darstellt, die ein zeitgenössischer Kritiker als „humoristisch-phantastisch“ bezeichnete. Die feinteilige, mit spitzem Pinsel ausgeführte Malweise steht dabei in einem bewussten Spannungsverhältnis zu den vielfach grotesk überzeichneten Figuren und Situationen. In unserem Gemälde ist eine weite Landschaft mit Ruinen Schauplatz einer illustren Szenerie von Satyrn, Centauren, Feen und Meerjungfrauen, die das Frühlingserwachen einläuten. Gerade aus dieser Verbindung von altmeisterlich anmutender Detailfreude und skurriler Erfindungskraft entwickelt er seine unverwechselbare künstlerische Handschrift. Reichenbach blieb damit ein eigenständiger Außenseiter innerhalb der Dresdner Kunstszene: Seine Werke verbinden romantische und spätbiedermeierliche Traditionen mit einer ausgeprägten Neigung zum Bizarren, Literarischen und Fantastischen. Dass seine Arbeiten bereits zu Lebzeiten in Dresden und auf überregionalen Kunstausstellungen Beachtung fanden, belegt seine kontinuierliche Präsenz im damaligen Ausstellungswesen. Ausstellung: Zweite Münchner Jahres-Ausstellung im Glaspalast, München 1890, Kat.-Nr. 1023. Provenienz: Privatsammlung, Hessen. Taxation: differenzbesteuert (VAT: Margin Scheme).

Auktion

Auction 347 | Old Masters & 19th Century Art
Donnerstag, 12. November
02:00 PM
Amiraplatz 3
80333 Munich, Deutschland

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Karl & Faber +4989221868 info@karlundfaber.de
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