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VARLIN (EIGENTLICH GUGGENHEIM, WILLY) (Zürich 1900 - 1977 Bondo) : "Mädchenschule" Öl auf Jute, auf Leinwand verso Nachlass-Stempel sowie auf Etiketten datiert 1950 und betitelt 49x58 cm, gerahmt Provenienz: Galerie Specht, Carzaniga & Uecker, Basel (verso Etikett); Galerie Iris Wazzau, Davos (verso Etikett); Privatbesitz, Schweiz. Ausstellungen: Varlin, Kunstsalon Wolfsberg, 5. Dezember 1985 - 4. Januar 1986, Nr. 117; Varlin, Galerie Carzaniga & Ueker, Basel, 14. September - 7. Oktober 1989 (mit Abbildung im Katalog S. 41); Varlin, Galerie Carzaniga & Ueker, Basel, 4. Juli - 10. August 1991; Varlin e il Ticino, Casa Rusca, Locarno, 2013 (mit Abbildung im Katalog S. 37). Literatur: Paola Tedeschi-Pellanda/Patrizia Guggenheim, Varlin, Bd. 2, Werkverzeichnis der Bilder, Zürich 2000, S. 139, Nr. 658. Das angebotene Werk ist beim Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft SIK als eigenhändige Arbeit von Varlin registriert (Inventar-Nr. 50338). Varlin (eigentlich Willy Guggenheim) ist eine Sondererscheinung innerhalb der Schweizer Kunstgeschichte. Ausgebildet an renommierten Kunstschulen in Berlin und Paris, tat er sich zeitlebens schwer, sich mit anderen Kunstschaffenden auszutauschen. Während seine Zeitgenossen mit Abstraktionen experimentierten, malte der eigenwillige Varlin scheinbar unspektakuläre Motive in realistisch-expressiver Manier. Auch das vorliegende Werk ist Ausdruck dieser realitätsbeobachtenden Haltung. Dargestellt ist die Scuola Magistrale in Locarno, ein ehemaliges Minoriten-Kloster, das im Entstehungsjahr des Gemäldes als Mädchenschule fungierte. Wie auf allen Kompositionen, die Varlin auf seiner grossen Tessin-Reise 1950 angefertigt hat, sieht man auch hier einen leeren Platz, ein altes Gebäude als Kulisse und einige vereinzelt und mit grossem Abstand zueinander platzierte Zöglinge. Die Mädchen der Schule tragen alle dieselbe Uniform und stehen gerade, steif und ohne Interaktion auf dem Pausenhof - alles Kindliche scheint ihnen von der strengen Institution genommen worden zu sein. Spuren an den Rändern des Gemäldes deuten darauf hin, dass Varlin das Werk bedeutend grösser plante, sich letztlich aber für diesen bestimmten Ausschnitt entschied, um den Effekt der Isolation zu verstärken. Ausrufzeit: 06.11.2026, 19.30 Uhr
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