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GEUFRAEO ANTONIO: „Aulae Turcicae, Othomannicique Imperii descriptio, qua Turcarum palatine officia mores“. Basel, Sebastian Hencipetri, März 1577 Zweite deutsche Auflage eines der bedeutendsten Reiseberichte des 16. Jahrhunderts über die Levante. In 8vo. Zeitgenössischer Vollpergaleinband, verschmutzt, mit handschriftlichem Titel auf dem Rücken. Vollständig in zwei Teilen: [96], 509 Seiten mit wunderschönem ganzseitigem Holzschnitt-Wappen; [16], 728, [20] Seiten, mit demselben Wappen am Ende des zweiten Teils. Einige vereinzelte Wasserflecken, vor allem auf den ersten Seiten, aber im gesamten Band vorhanden; leichte Fleckbildung; alter Bibliotheksstempel auf dem Titelblatt. Ansonsten ein sehr gutes Exemplar eines seltenen Werks aus dem 16. Jahrhundert, mit fast 1.500 Seiten sehr umfangreich. Geufraey (ca. 1500–1556), ein französischer Ritter, der bei der Belagerung von Rhodos anwesend war, reiste nach dem Fall der Insel ausgiebig durch die Levante. Sein Bericht mit seiner detaillierten Beschreibung des Osmanischen Reiches hinterließ im Europa des 16. Jahrhunderts einen starken Eindruck. Er beleuchtete insbesondere das osmanische System – dessen Struktur, innere Funktionsweise, Pracht sowie Stärken und Schwächen. Auch wenn er nicht immer wohlwollend war, sind seine Beobachtungen auffallend treffend und liefern eines der detailliertesten Bilder der osmanischen Levante Mitte des 16. Jahrhunderts. Diese Ausgabe enthält zudem Breydenbachs sehr frühen Bericht über die Armenier und Georgier sowie mehrere Aufrufe gegen die Türken, darunter insbesondere Bessarions seltene Rede aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Der zweite Teil bietet eine ausführliche Fortsetzung bis in die Gegenwart, mit zahlreichen Beschreibungen türkischer Piratenangriffe auf die griechischen Inseln – insbesondere der Feldzüge Barbarossas – und erstreckt sich bis zur Schlacht von Lepanto. Diese Ergänzungen sind weder in der französischen noch in früheren deutschen Ausgaben zu finden. Literaturhinweise: Atabey 491; Göllner 1620; nicht bei Blackmer
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