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live 11. November | 10:00 AM
Nagel Auktionen

1071 - Schuch, Carl

Startpreis

20.000 €

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Schätzungen

20.000 - 30.000 €

Verkaufsgebühren

33,07 %

Schuch, Carl Wien 1846 - 1903 51,5 x 44 cm Pfingstrosen in dunkelgrünem Glaskrug. Öl/Lwd. Hugo Helbing, München, Auktion 9. Juli 1919, Kat.-Nr. 71 (Einlieferer war damals der österreichische Kunsthändler Gustav Nebehay, 1881 -1935, von dem eine große Sammlung an Arbeiten Carl Schuchs angeboten wurde, Kat.-Nrn. 61 -106); Stuttgarter Kunstkabinett, Auktion 24.-26. Nov. 1954, Kat.-Nr. 664; Sammlung Georg Schäfer. Aus der Sammlung Schäfer privat an die Familie der Einlieferer als Geschenk gegeben. Das Gemälde wird im 2026 erscheinenden Catalogue Raisonné unter der Nr. 538 aufgeführt. Lit.: Cézanne - Manet - Schuch : drei Wege zur autonomen Kunst. Ausst.-Kat. Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Stadt Dortmund, Mai - Juli 2000. Carl Schuch & Frankreich. Ausst.-Kat. Städel Museum Frankfurt, Sept. 2025 - Februar 2026. Die späten Blumenstilleben Carl Schuchs gehören zu den eindrucksvollsten Zeugnissen seiner Auseinandersetzung mit der französischen Malerei und sind zugleich eine der eigenwilligsten und modernsten Leistungen der deutschsprachigen Malerei des späten 19. Jahrhunderts. Während seiner Pariser Jahre von 1882 bis 1894 erreichte seine Stilllebenkunst einen Höhepunkt. Schuch studierte dort insbesondere die Werke von Gustave Courbet, Édouard Manet und Claude Monet und entwickelte daraus eine zunehmend eigenständige, auf Farbe und Malvorgang konzentrierte Bildsprache. Das hier gezeigte Blumenstillleben macht diese Entwicklung besonders anschaulich. Der üppige Strauß aus roten und rosafarbenen Pfingstrosen steht vor einer grünlichen Draperie in einer grün schimmernden Vase. Schuch interessiert sich dabei weniger für eine botanisch genaue Wiedergabe der Blumen als für das Zusammenspiel von Farbwerten, Licht und Pinselstrich. Das kräftige Rot der Blüten tritt in einen spannungsvollen Gegensatz zum Grün des Hintergrundes; zugleich sind die dunklen Partien keineswegs einfach schwarz, sondern aus vielfältigen Farbtönen aufgebaut. Diese Art, Dunkelheit farbig zu denken und die Gegenstände durch viele kurze, sichtbare Pinselzüge allmählich entstehen zu lassen, ist charakteristisch für Schuchs späte Malerei. Besonders deutlich wird hier sein Verhältnis zu Manet und dem Impressionismus. Schuch bewunderte Manet und Monet und beschäftigte sich intensiv mit deren freier, sichtbarer Pinselführung und ihrer Sensibilität für Farbwirkungen. Anders als bei einem konsequent impressionistischen Bild hellt Schuch seine Palette jedoch nicht vollständig auf. Seine Blumen erscheinen in einer tiefen, gedämpften Farbigkeit, die an seine frühere, vom Realismus Courbets und vom Münchner Leibl-Kreis geprägte Malerei anknüpft. So verbindet sich in seinen späten Blumenstilleben die französische Moderne mit einer ganz eigenen, dunklen und beinahe tastenden Malweise. Gerade darin liegt der besondere Reiz des Bildes: Die Blumen sind nicht nur Gegenstand des Stilllebens, sondern werden zum Anlass für eine Untersuchung der Malerei selbst. Farbe, Stofflichkeit, Licht und Pinselstrich gewinnen gegenüber der möglichst naturgetreuen Darstellung zunehmend Eigenwert. Schuch übernimmt damit Anregungen der französischen Kunst, ohne sich einer bestimmten Stilrichtung anzuschließen - und findet in seinen späten Stillleben zu einer ausgesprochen persönlichen Form der modernen Malerei.

Auktion

Fine Arts & Antiques
Mittwoch, 11. November
10:00 AM
Neckarstrasse 189-191
70190 Stuttgart, Deutschland

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