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GABRIEL ARGY-ROUSSEAU (1885–1953) Seltene Schale, Modell „Lotus“ von 1924 Aus mehrfarbiger Glaspaste in Bernstein- und Brauntönen; der Korpus ist mit drei antik anmutenden Henkeln verziert, von denen aus sich Blütenzweige fächerförmig entfalten. Unten signiert. Maße: 10,5 x 13,5 cm Referenz: Werkverzeichnis „Les Pâtes de Verre“ von Janine Bloch-Dermant, Yves Delaborde, Gabriel Argy-Rousseau, Les Editions de l’Amateur, Paris 1990, Nr. 24.08. - Sein richtiger Name war Joseph-Gabriel Rousseau, er wurde in der Region Beauce geboren und absolvierte seine Ausbildung an der Keramikschule von Sèvres, wo er bei Henri Cros die Glaspaste kennenlernte. Im Jahr 1913 nahm er zu Ehren seiner Ehefrau Marianne Argyriadès den Künstlernamen „Argy-Rousseau“ an. Nach dem Ersten Weltkrieg gründete er 1921 in Paris die „Société des Pâtes de Verre d’Argy-Rousseau“, die bis 1931 Vasen, Schalen, Lampen und Anhänger aus Glaspaste herstellte, zunächst im Stil des Jugendstils, später dann ganz im Zeichen des Art déco. Er galt als unangefochtener Meister der echten Glaspaste-Technik im Gegensatz zu den von seinen Zeitgenossen praktizierten „Kristallpasten“ und erlebte seine Blütezeit in den 1920er Jahren, bevor die Krise von 1929 dieser kostspieligen Produktion ein Ende setzte. Daraufhin wandte er sich der Kristallpaste zu, später dann emaillierten Glasarbeiten, bis zu seinem Tod im Jahr 1953.
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