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Gustave Loiseau (Französisch, 1865–1935) Rue de l’Hopital, Le Vaudreuil, 1913 Öl auf Leinwand signiert „Loiseau“ und datiert (unten links) 22 x 18 1/4 in. (55,9 x 46,4 cm) Aus dem Nachlass von Joan Wellhouse Newton Stein, Jacksonville, Florida Dieses Los befindet sich in Philadelphia. Gerahmt: 30 1/4 x 26 1/2 in. Wir danken Herrn Didier Imbert für die freundliche Bestätigung der Echtheit dieses Loses, das in den in Kürze erscheinenden Werkkatalog des Künstlers aufgenommen wird und mit einem Echtheitszertifikat versehen ist. Provenienz: Der Künstler. Galerie Durand Ruel, Paris, vom Künstler erworben am 11. November 1913. Privatsammlung, Frankreich. David Findlay Gallery, New York, 1966. Sotheby’s, New York, Auktion vom 18. Februar 1988, Los 25. Richard Green Gallery, London. Vom derzeitigen Eigentümer direkt von den oben genannten Vorbesitzern erworben. Anmerkung zum Los: Das vorliegende Werk zeigt einen klaren, strahlenden Tag an einer Straße im Dorf Le Vaudreuil in der Normandie und ist ein hervorragendes Beispiel für Gustave Loiseaus unverwechselbaren Stil, den er im Laufe vieler Jahre des Studiums entwickelt hat. Loiseau, der als einer der bedeutendsten postimpressionistischen Maler gilt, wurde stark von der Generation der Impressionisten beeinflusst, die ihm vorausging, darunter Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir und Camille Pissarro. Loiseau wurde in Paris als Sohn von Eltern geboren, die eine erfolgreiche Metzgerei betrieben. Er ging zunächst bei einem Anstreicher und anschließend bei einem Dekorateur in die Lehre, was sein Interesse an der Kunst weckte. Im Jahr 1887 erhielt er eine Erbschaft von seiner Großmutter, die es ihm ermöglichte, sich ganz dem Kunststudium zu widmen. Er besuchte kurzzeitig die École des Arts Décoratifs und studierte anschließend bei dem Landschaftsmaler Fernand Just Quignon. Da Loiseau größtenteils Autodidakt war, prägte er seinen Stil durch genaue Beobachtung der Natur und sorgfältige Auseinandersetzung mit seinen impressionistischen Vorläufern. Wie diese war er ein Verfechter der Freilichtmalerei, entwickelte jedoch seine eigene künstlerische Technik, bei der er einen charakteristischen, kreuzschraffierten Pinselstrich verwendete, der als „en treillis“ bezeichnet wird. Diese Methode verlieh seinen Kompositionen eine flüchtige Anmutung und Bewegung und offenbart den Einfluss des Pointillismus in seinem Werk. Als Bewunderer der Arbeiten des jüngeren Künstlers stellte Claude Monet Loiseau dem Kunsthändler Paul Durand-Ruel vor, der zwei Jahre später einen Exklusivvertrag mit ihm abschloss. Die daraus resultierende finanzielle Unabhängigkeit ermöglichte es dem Künstler, durch ganz Frankreich zu reisen, um verschiedene Landschaften zu malen – von der Normandie und der Bretagne im Norden bis zur Dordogne im Südwesten. Hier hat Loiseau eine reizvolle Straße, die Rue de l’Hopital, im Dorf Le Vaudreuil zum Motiv gewählt. Eingebettet in einer Talmulde und vom Fluss Eure durchflossen, hat der Künstler die malerische Umgebung des Dorfes in mehreren Kompositionen dargestellt. Das Hochformat der vorliegenden Leinwand, auf der die Straße zentral platziert ist und auf zwei Figuren in der Ferne zulauft, erzeugt eine dynamische Perspektive. Die mittelalterlichen Gebäude umschließen den Raum und werfen dunkle Schatten, die sich dann dramatisch zum strahlend blauen Himmel hin öffnen. Ähnlich wie Monet erforschte Loiseau in seinen Gemälden verschiedene atmosphärische Bedingungen, die durch die umgebende Landschaft und Gewässer hervorgerufen wurden. Die atmosphärische Klarheit des Tages ist fast greifbar und wird durch farbenreiche Pinselstriche erzeugt, die in einem sorgfältig komponierten Mosaik aus Violett-, Blau- und Ockertönen über die Oberfläche schimmern. Dieses Werk unterstreicht meisterhaft Loiseaus experimentelle Ader und seinen intuitiven Einsatz sowohl impressionistischer als auch postimpressionistischer Techniken, um die Natur so einzufangen, wie sie erlebt wird.