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SHUNSHOSAI: EIN GROSSES UND MEISTERHAFT GEFERTIGTES INRO MIT FÜNF FÄCHERN AUS GOLDLAKK, DARSTELLEND DIE „GLOCKE DES EIKANDO-TEMPELS“ Von Shunshosai, signiert mit „Shunshosai 春松齋“ und dem tsubo-förmigen Siegel „Shun 春“ Japan, Meiji-Zeit (1868–1912) Meisterhaft gefertigt in der Form der berühmten Bonsho-Glocke des Eikando-Tempels (Zenrinji) in Kyoto, mit linsenförmigem Querschnitt und einem leuchtenden Kinji-Hintergrund. Die monumentale Bronzeglocke wurde auf exquisite Weise in Gold, Silber sowie mit Iro-e-Takamaki-e und Hiramaki-e neu interpretiert, mit Reihen erhabener Nyu-Noppen, breiten vertikalen und horizontalen Bändern sowie einem großen, lotusförmigen Anschlagknopf (Tsukiza) auf jeder Seite. Die Feldern sind reich mit fliegenden Tennin und sich windenden Drachen verziert, während umfangreiche vertikale Inschriften die Widmung, die Schirmherrschaft, die Geistlichen und die Entstehungsgeschichte der Glocke dokumentieren. Die inneren Fächer sind mit goldgesprenkeltem schwarzem Lack mit goldenen Fundame-Rändern versehen und verfügen über eine zusätzliche Öffnung, in der ein fein gravierter Silberlöffel untergebracht ist. Gekrönt wird das Ganze von einer silbernen Aufhängung in Form eines Drachen, die auf geniale Weise an die Ryuzu-Aufhängung einer Tempelglocke erinnert. Auf dem Sockel ist in Goldlack die Inschrift zu lesen: 洛東永観堂名鐘、春松齋寫, Rakuto Eikando meisho, Shunshosai utsusu [Die berühmte Glocke des Eikando im Osten von Kyoto, nachgebildet von Shunshosai], zusammen mit dem tsubo-förmigen Siegel „Shun“ 春 HÖHE 11,7 cm, LÄNGE 7,6 cm Provenienz: Aus der Privatsammlung von Alan und Simone Hartman, New York, Vereinigte Staaten. Alan Hartman (1930–2023) war ein einflussreicher amerikanischer Kunsthändler, der das Antiquitätengeschäft seiner Eltern in Manhattan übernahm und die legendäre Rare Art Gallery an der Madison Avenue gründete, mit weiteren Standorten in Dallas und Palm Beach. Seine Frau Simone (geb. Horowitz) war bereits als stellvertretende Leiterin der New Yorker Galerie tätig, bevor das Paar 1975 heiratete. Gemeinsam bauten sie über ein halbes Jahrhundert lang eine renommierte Sammlung auf und wurden zu angesehenen Kunstmäzenen, die die Sammlungen bedeutender Museen bereicherten, darunter das Museum of Fine Arts, Boston, das 2013 die „Alan and Simone Hartman Galleries“ eröffnete, sowie das Metropolitan Museum of Art und das Brooklyn Museum in New York. Insbesondere trugen sie eine beeindruckende Sammlung japanischer Kunst zusammen, deren Schwerpunkt auf erlesenen Netsuke, Inro und Lackarbeiten lag. Zustand: Hervorragender Zustand mit nur minimalen Gebrauchsspuren. Leichte Anlaufspuren am Silberlöffel. Das vorliegende Inro ist eine außergewöhnliche Lackinterpretation des berühmten Bonsho im Eikando-Tempel (Zenrinji) in Kyoto, was durch die Inschrift an seinem Sockel eindeutig belegt ist. Shunshosai hat die monumentale Tempelglocke in das kompakte Format eines Inro übertragen und dabei ihre charakteristischen architektonischen und dekorativen Merkmale mit außergewöhnlicher Präzision bewahrt – von den Reihen der Nyu-Noppen und den lotusförmigen Tsukiza bis hin zu den Drachen, himmlischen Wesen und umfangreichen Widmungsinschriften. Die erhaltene Glocke ist nach wie vor einer der berühmtesten Schätze von Eikando und wird auch heute noch im Tempel geläutet. Über den Künstler Shunshosai gibt es nur wenige Aufzeichnungen, doch das rote Tonstempelzeichen auf dem vorliegenden Inro deutet auf eine Verbindung zur Kajikawa-Schule hin. Edward A. Wrangham verzeichnet einen Künstler dieses Namens im Zusammenhang mit einem anderen Inro in Form einer Glocke; siehe Edward A. Wrangham und Joe Earle (Hrsg.), The Index of Inro Artists (1995), S. 265. Auktionsvergleich: Vergleichen Sie ein ähnliches vierteiliges Lack-Inro in Form der Dojoji-Glocke, 13,3 cm hoch, bei Bonhams, „Fine Japanese and Korean Art“, 21. März 2018, New York, Los 2135 (verkauft für 7.500 USD bzw. ca. 8.600 Euro, umgerechnet und inflationsbereinigt zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Textes).
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