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KAJIKAWA BUNRUYSAI: EIN EDLES, FÜNFTEILIGES TOGIDASHI-LACK-INRO MIT DEM MOTIV „Hahn und Henne inmitten blühender Chrysanthemen“, NACH EINEM ENTWURF VON FUJIWARA MICHINOBU Von Kajikawa Bunryusai, signiert „Bunryu 文龍 sha kore 寫之“ mit Kakihan Japan, 18. Jahrhundert, Edo-Zeit (1615–1868) Von aufrechter rechteckiger Form und ovalem Querschnitt, mit einem feinen dunkelbraunen Lackgrund, der dezent mit E-Nashiji belebt ist, exquisit verziert mit Gold, Silber sowie Iro-e Takamaki-e, Hiramaki-e, sowie Togidashi-Maki-e, die einen Hahn und eine Henne inmitten üppiger, in voller Blüte stehender Chrysanthemen zeigen, begleitet von mehreren Küken. Das Gefieder ist in kontrastierenden Farbtönen und Texturen akribisch herausgearbeitet, während die Blüten und die belaubten Stiele ebenso feinfühlig dargestellt sind. Besonders auffällig ist die raffinierte Schichtung der Verzierung: Die sanft polierten Togidashi-e-Passagen kommen unter den erhabenen Takamaki-e-Bereichen zum Vorschein und erzeugen so ein bemerkenswertes Gefühl von Tiefe und bildlicher Fülle. Die Innenseiten der Schalen sind mit feinem Nashiji-Lack mit goldenen Fundame-Rändern versehen. Auf der Unterseite befindet sich die Inschrift in Goldlack „Eisen Fujiwara Michinobu hitsu 栄川藤原典信筆“ [gemalt/entworfen von Eisen Fujiwara Michinobu], versehen mit einem runden roten Siegel sowie „BUNRYU sha kore 文龍寫之 [von Bunryu wiedergegeben/kopiert], zusammen mit dem roten Kakihan des Künstlers. Mit einem Ojime aus Koralle. HÖHE 8,7 cm, LÄNGE 4,8 cm Provenienz: Aus der Privatsammlung von Alan und Simone Hartman, New York, Vereinigte Staaten. Alan Hartman (1930–2023) war ein einflussreicher amerikanischer Kunsthändler, der das Antiquitätengeschäft seiner Eltern in Manhattan übernahm und die legendäre Rare Art Gallery an der Madison Avenue gründete, mit weiteren Standorten in Dallas und Palm Beach. Seine Frau Simone (geb. Horowitz) war bereits als stellvertretende Leiterin der New Yorker Galerie tätig, bevor das Paar 1975 heiratete. Gemeinsam bauten sie über ein halbes Jahrhundert lang eine renommierte Sammlung auf und wurden zu angesehenen Kunstmäzenen, die die Sammlungen bedeutender Museen bereicherten, darunter das Museum of Fine Arts, Boston, das 2013 die „Alan and Simone Hartman Galleries“ eröffnete, sowie das Metropolitan Museum of Art und das Brooklyn Museum in New York. Insbesondere trugen sie eine beeindruckende Sammlung japanischer Kunst zusammen, deren Schwerpunkt auf erlesenen Netsuke, Inro und Lackarbeiten lag. Zustand: Guter Zustand mit winzigen Abnutzungsspuren und Fehlstellen an den Kanten des Etuis, einigen kleinen Lackabschürfungen – die größte davon an der Oberseite – sowie den zu erwartenden allgemeinen Gebrauchsspuren mit leichten Oberflächenkratzern. Präsentiert sich wunderschön. Bunryusai I. war ein versierter Lackkünstler und der dritte Meister der Kajikawa-Familie, der im späten 17. Jahrhundert im Dienste des Shogunats tätig war. Der Name findet sich häufig auf Inro und anderen Lackobjekten, obwohl nicht überliefert ist, wie viele Mitglieder der Kajikawa-Familie ihn verwendeten. Inro mit dieser Signatur werden im Allgemeinen als Werke eines oder mehrerer Künstler angesehen, die von der Mitte des 18. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts tätig waren, wie beispielsweise Bunryusai II und III. Weitere Informationen zu dem Künstler finden Sie bei Edward A. Wrangham und Joe Earl (Hrsg.), The Index of Inro Artists, 1995, S. 31. Kano Eisen’in Michinobu (1730–1790) war das sechste Oberhaupt des einflussreichen Kobikicho-Zweigs der Kano-Schule und diente dem Tokugawa-Shogunat als Hofmaler. Seine Entwürfe wurden auch von führenden Maki-e-Künstlern in Lackarbeiten umgesetzt. Von besonderer Bedeutung ist ein Inro aus dem 18. Jahrhundert mit Spatzen und Bambus im Edo-Tokyo-Museum, das ausdrücklich als Maki-e von Kajikawa Bunryusai verzeichnet und von Kano Michinobu bemalt wurde und somit einen direkten Beweis für genau jene Zusammenarbeit liefert, auf die die Inschriften auf dem vorliegenden Stück hinweisen. Auktionsvergleich: Vergleichen Sie ein eng verwandtes vierteiliges Lack-Inro, das einen Hahn, eine Henne und Küken zwischen Bambusstängeln darstellt, vom selben Künstler, signiert „Bunryusai utsusu“ und mit demselben Kakihan versehen, ebenfalls in Togidashi-e ausgeführt, datiert auf das 18. Jahrhundert, 7,1 cm hoch, bei Bonhams, „The Edward Wrangham Collection of Japanese Art“, 9. November 2010, Teil I, London, Los 246 (verkauft für 5.400 GBP oder ca. 10.000 Euro, umgerechnet und inflationsbereinigt zum Zeitpunkt der Abfassung).
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