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Ein edler chinesischer blau-weißer Pinselhalter mit dem Motiv „Ode an die Roten Klippen“, Qing-Dynastie, Kangxi-Periode 清康熙 青花赤壁賦筆筒 | Sammlung Santos Der fein gefertigte Bitong hat leicht geschwungene Seiten; die Außenseite ist in kräftigem Unterglasurblau bemalt und zeigt zwei große, stilisierte „Shou“-Zeichen, wobei jedes Zeichen zwei große Kartuschen enthält, die die kalligraphischen Inschriften von Su Dongpos Gedicht „Ode an die Roten Klippen“ umschließen, und ist zudem mit Siegeln verziert, von denen eines die Aufschrift „Drache im Westen“ trägt und das außerdem mit „Wolken-Spiel“ (Yun Wan) signiert ist; dazu gehört eine Stoffschatulle. Größe:(14 cm hoch) Anzahl: (1) Provenienz: John R. Berwald Oriental Ceramics & Works of Art, London, 18. April 1995; The Marsh Collection; Bonhams, The Marsh Collection, Art for the Literati, London, 3. November 2022, Los 43; Santos-Sammlung Herkunft: John R. Berwald Oriental Ceramics & Works of Art, London, 18. April 1995; Bonhams, London, 3. November 2022, Los 43; Ehemaliger Besitz von Marsh; Sammlung Santos Bitte beachten Sie, dass dieser Pinselhalter veröffentlicht und abgebildet wurde in: S. Marsh, „Brushpots: A Collector’s View“, Hongkong, 2020, S. 146–147. Anmerkungen: Während seines ersten Exils in Huangzhou, das ihm wegen seiner Opposition gegen die reformistischen Maßnahmen am Hof auferlegt worden war, kam der Schriftsteller Su Dongpo (1037–1101) aus der Song-Dynastie an der Stätte vorbei, die traditionell mit der Seeschlacht bei den Roten Klippen (208 n. Chr.) in Verbindung gebracht wird. Bei dieser Gelegenheit verfasste er seine beiden berühmten „Rote Klippen“-Gedichte, die zugleich an die Tapferkeit der historischen Protagonisten erinnern und seine eigenen Gedanken über Nostalgie, Vergänglichkeit und den unaufhaltsamen Lauf der Geschichte zum Ausdruck bringen. Diese Gedichte erlangten in der Folge einen kanonischen Status innerhalb der chinesischen literarischen Tradition und sind bis heute ein beständiger Bezugspunkt für Dichter und Künstler geblieben. Siehe R. Egan, *Word, Image, and Deed in the Life of Su Shi*, Cambridge, MA, 1994, S. 221–228. Das vorliegende Los enthält Auszüge aus Su Shis Gedichten; die Inschrift lautet wie folgt: 五百年前續此遊,水光依舊接天浮,徘徊今夜東山月,恍惚當年王戌秋。 „Yun Wan“ – „Ich setze die Reise von vor fünfhundert Jahren fort, die Landschaft ist wie einst, das Wasser erstreckt sich bis zum Horizont; heute Nacht verweilt der Mond am Ostberg, als wäre es derselbe Herbstmond, der damals über der Schlacht leuchtete. Yun Wan.“ 有客得魚臨赤壁,無人載酒出黃州,吟成一浦千山寂, 孤鶴橫江涼小舟。 „Ein Besucher kommt mit frisch gefangenem Fisch an der Roten Klippe an, doch niemand hat Wein aus Huangzhou mitgebracht; unsere Gedichte kontrastieren mit der Stille, die das Flussufer und die tausend Berge erfüllt – ein einsamer Kranich überquert den Fluss und schwebt über unserem Boot.“ Su Shi (1037–1101), eine Koryphäe der Literatur der Nördlichen Song-Dynastie, wurde wegen seines Widerstands gegen die Reformen des Hofes nach Huangzhou verbannt. Während seines Exilsbesuchte Su die Ruinen des historischen Schlachtfelds von Chibi (208 n. Chr.). Die Szenerie weckte in ihm Gefühle, und so entstand die für alle Zeiten berühmt gewordene „Chibi-Rede“ (zwei Reden, eine vordere und eine hintere). Sein Text gedenkt nicht nur der Vergangenheit und ehrt die Helden, sondern verschmilzt auch die philosophischen Gedanken der Gelehrten über den Wandel der Geschichte,die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens und die Ewigkeit des Universums in ein Ganzes. Dieses Werk wurde somit zu einem Vorbild der chinesischen Literatur und Kunst, an dem sich Dichter und Maler aller Epochen orientierten. Weiterführende Literatur: R. Egan: „Su Shis Schrift, Bild und Taten“(Word, Image, and Deed in the Life of Su Shi, Harvard University Press, 1994, S. 221–228). Die Beschriftung dieses Auktionsstücks greift die Poesie von Su Shi auf; der vollständige Text lautet wie folgt: „Vor fünfhundert Jahren setzte ich diese Reise fort, das Wasser spiegelte sich wie eh und je am Himmel, der Mond über dem Ostberg schwebt heute Nacht, und ich fühle mich wie damals im Herbst von Wang Xu.“ —— Yunwan: „Ein Gast hat am Roten Felsen einen Fisch gefangen, niemand bringt Wein aus Huangzhou herbei; er dichtete, und ein ganzer See und tausend Berge verstummten, ein einsamer Kranich schwebt über dem Fluss, ein kleines Boot liegt kühl im Wasser.“ Im insgesamt guten Zustand, einige allgemeine Brennfehler, Abnutzung am Rand und kleinere Abplatzungen am Sockel, allgemeine Abnutzung der Oberfläche und der Glasur, die dem Alter entspricht.
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