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Jeschke Jadi Auctions Berlin GmbH

669 - Kunstgewerbe - Schmuck

Auktion beendet

Kunstgewerbe - Schmuck und Emil Sommé, Paul Sommé, Emil und Paul. Sammlung von Schmuckentwürfen der königlich preußischen Hofjuweliere Gebr. Sommé, Breslau, vom späten Biedermeier bis zum Historismus. Mit 194 (wenigen gefalteten) Zeichnungen in Tusche, Aquarell, Gouache und Blei, teilweise weiß und gold gehöht, auf Karton, Velin und Seidenpapier, teils auf schwarzem, dunkelrotem oder goldbraunem Grund. Breslau und Berlin, ca. 1839-1895. Formate ca. 6,5 x 4 cm bis 22,5 x 10 cm. Teilweise signiert, datiert und nummeriert, darunter "Emil. Sommé" oder "Paul Sommé" mit dem Vermerk "Berlin 1882". Ein Blatt trägt das Siegel des Goldschmiedeamtes Berlin. Zeitgenössischer roter Maroquinband mit Innenkantenvergoldung, Vorsätze aus Schleudermarmorpapier. Rainer Lemor, Rainer Sachs: Mondsichel und Sonne, Bd. 2: Die Juweliere, Gold- und Silberschmiede in Breslau 1888-1945. Kassel 2011. - Hintze, Die Breslauer Goldschmiede, 1906. - Vgl. Christie's, Important Jewellery, Sale 7286, Lot 112 (Diadem im Etui der Gebr. Sommé Nachf.) - Äußerst seltene und umfangreiche Sammlung zeigt das Formenrepertoire der Hofjuweliere und einer der führenden Juwelierfirmen Schlesiens über fast fünf Jahrzehnte. Die sehr fein und detailreich ausgeführten Entwürfe beginnen bei naturalistischen Blütenbroschen, die teils en pampille in beweglichen Fransen enden. Es folgen Holbeinesque-Anhänger und Ohrhänger mit Emailmedaillons sowie Brillantcolliers und Rivièren. Den Höhepunkt bilden die Prunkdiademe: Sterndiademe mit sieben oder drei Sternen stehen neben Diademen mit Blütenrosetten oder einer zentralen Kartusche. Zur Garderobe der Zeit gehörten ebenso die neun Varianten von Aigretten, die Lyrabroschen und Nadeln, ein großes Feston-Brustornament als Devant de corsage sowie Monogramme, Schleifen und Bildnisbroschen mit Kameen oder Miniaturen. Einen eigenen Schwerpunkt bilden Himmelskörper. Halbmonde, Sonnen, Sterne und Kometen gehörten zu den bevorzugten Schmuckmotiven des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Beim Edelsteinbesatz dominiert der Diamant. Dargestellt sind vor allem Steine im Altschliff, die in den Zentren der Sterne und Rosetten als größere Solitäre hervortreten. Die Strahlen und Ranken sind mit kleinen Rosen und Diamanten im Einfachschliff ausgefüllt. In den Diademen kommen eckige Steine im Kissen- und Carréschliff sowie frei schwingende, tropfenförmige Pendeloquen hinzu. Die Rivièren bestehen aus der Größe nach abgestuften Altschliff-Brillanten in Einzelfassung, in einer Variante auch aus kleinen Rosetten von mehreren Steinen. Farbsteine setzen gezielte Akzente. So trägt ein Anhänger einen ovalen Saphir, wohl als Cabochon, in einem Brillantrahmen über einem Vogelpaar. Im Innenbogen der Halbmond-Aigretten sitzt eine Reihe kleiner Saphire, während Monogramme und eine Pfeilspitze mit exakt geschliffenen Rubinen oder Granaten (calibré) besetzt sind. Im Zentrum eines Neobarock-Anhängers steht ein Smaragd, wohl im Treppenschliff, und ein Ring trägt einen Kopf aus Türkisen in Form einer Vergissmeinnicht-Blüte. Am reichsten in der Farbigkeit sind die Holbeinesque-Anhänger: Ein ovaler roter Cabochon verbindet sich mit einem farblosen Tafelstein und Emaille in Blau, Rosa und Weiß, unten hängen Perlen als Pendeloquen. Perlen erscheinen außerdem in Halbmonden und Vierpassbroschen sowie als Abschluss von Fransen. Auch die Fasstechniken geben die Zeichnungen sehr genau wieder. Vorgesehen ist offenbar die damals übliche Montierung in Silber auf Gold. Die silberne Schauseite lässt die Diamanten weiß erscheinen, die goldene Rückseite macht das Stück stabil. Die großen Steine sitzen in Chaton- und Krappenfassungen, die eckigen Steine der Diademe in Kastenfassungen. Strahlen und Blätter sind im Pavé dicht ausgefasst. Viele Ränder sind fein gepunktet, was auf Millegriffes hinweist, also auf Kanten aus winzigen Metallkörnchen. Bemerkenswert ist, dass dieser Rand bereits vor dem Platinschmuck der Belle Époque erscheint. Viele Teile sind à jour gearbeitet, also offen und von hinten lichtdurchlässig. Die Steinreihen sind als Fadenfassungen gezeichnet. Bei einigen Blütenzweigen ist eine Montierung en tremblant auf Spiralfedern denkbar, bei der die Blüten beim Tragen zittern, auch wenn die Zeichnungen allein das nicht belegen. In den Neorenaissance-Anhängern und Monogrammen ist farbiges Email dargestellt, vermutlich Grubenschmelz (champlevé) und Email auf plastischer Oberfläche (en ronde bosse). Die Aigretten haben eine Halterung für Federn. Sterne und Bouquets waren zum Teil wohl abnehmbar und ließen sich wahlweise als Diadem, Haarschmuck oder Brosche tragen. Die Familie Sommé stammte aus Schweden. Samuel Jacob Somme, geboren 1768, war der Sohn eines schwedischen Generalinspektors. Mit einem Paar Ohrgehänge mit Rosetten als Meisterstück wurde er 1794 in Breslau Meister und Bürger. Das Handwerk führten seine Söhne fort. Christian Friedrich Wilhelm Robert, geboren 1805, erwarb