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Jeschke Jadi Auctions Berlin GmbH

158 - Mittelalter

Auktion beendet

Mittelalter (Maria als Orantin). Einzelblatt aus einem Missale mit historisierter Initiale "D". Mit einer Deckfarbeninitiale auf Blattgoldgrund mit Randbordüre sowie rote Lombarden mit Federwerk. - Lateinische Handschrift auf Pergament. Wohl Italien (Mittelitalien, Toskana), um 1450-1500. Gotische Rotunda in Schwarz mit roten Rubriken. Zur Initiale: Die historisierte D-Initiale zeigt Maria als Orantin (Halbfigur, roter Mantel, blaugraues Gewand) auf grün punktiertem Grund. Sie steht in einem schwarz gerahmten Feld aus poliertem Blattgold, und der Buchstabenkörper ist blau mit weißer Zeichnung. Die linke Bordüre aus Blüten, Federspiralen und strahlenden Goldkugeln entspricht dem italienischen Typus des 15. Jahrhunderts, wahrscheinlich Mittelitalien. Zur Palägraphie: Der Text ist in einer gleichmäßigen gotischen Rotunda italienischer Prägung geschrieben, die Elemente der Textura aufweist. Die Schäfte sind gebrochen, die Buchstaben gedrängt, das a ist rund und offen, und nach Rundbuchstaben steht das r rotunda. Die Versalien sind als gebrochene, fraktur-ähnliche Zierbuchstaben gestaltet. Die Abkürzungen sind die liturgisch üblichen: dñm nrm, Kürzungsstriche für n/m, die tironische Note "7" für et, qz für -que und e-caudata für ae. Zum Zeilenschluss stehen Füllzeichen, die Rubriken werden von schwarzen Paragraphzeichen eingeleitet. Der Haupttext stammt von einer einzigen Hand. Korrektoren oder spätere Zusätze sind nicht erkennbar. Die Ausstattung besteht auf dem Recto aus einer blauen Initiale "D" auf quadratischem Blattgoldgrund. Im Binnenfeld ist eine Halbfigur der betenden Maria mit rotem Mantel und Nimbus dargestellt. Links begleitet die Initiale eine Bordüre mit Akanthus- und Blattranken in Grün, Rosa und Blau. Sie ist mit Goldkugeln, Strahlen und feinem Federwerk besetzt. Dieser Dekorationstyp ist in der italienischen Buchmalerei des 15. Jahrhunderts, besonders in Florentiner Umfeld, geläufig. Rote Lombarden mit Federschmuck auf beiden Seiten ergänzen die Ausstattung. Die Datierung stützt sich auf den terminus post quem des Fronleichnamsfests (eingeführt 1264, allgemein verbreitet seit 1317) sowie auf Schrift und Dekorationsstil. Zum Inhalt: Das Blatt überliefert Orationen des römischen Messformulars aus dem Sommerzeitkreis nach Pfingsten, auf Latein. Das Recto bringt zunächst den Schluss eines vorhergehenden Gebets (".adversis. Per dominum nostrum") und anschließend die Rubrik Pro commemoratione dominice prime post penth(ecosten). Oratio. mit der Kollekte "Deus in te sperantium fortitudo, adesto propitius invocationibus nostris.". Es folgt die Rubrik Post com(munionem) trinitatis mit dem Beginn der Postcommunio "Proficiat nobis ad salutem corporis et animae.". Auf dem Verso setzt sich dieses Gebet bis ".huius sacramenti susceptio et sempiternae sanctae Trinitatis eiusdemque individuae unitatis confessio" fort. Danach steht die Postcommunio für den ersten Sonntag (Post com. dominice .i.): "Tantis Domine repleti muneribus: praesta quaesumus, ut et salutaria dona capiamus et a tua laude numquam cessemus." Das Blatt endet mit der Rubrik In solennitate sacratissimi corporis Christi. Oratio. und dem Beginn der Kollekte "Deus, qui nobis sub sacramento mirabili.". Die Textabfolge (Trinitatis, Sonntag nach Pfingsten, Fronleichnam) und die Beschränkung auf Orationen ohne Lesungen sprechen für ein Missale oder ein Orationale. - Dekoratives und farbkräftiges Einzelblatt. Ein dekoratives und farbkräftiges Einzelblatt, das mit seiner klaren, kraftvollen Rotunda, den leuchtend roten Lombarden und der goldgrundierten Initiale mit der betenden Maria einen eindrucksvollen Einblick in die Buchkunst der italienischen Spätgotik und Frührenaissance bietet. Medieval - (Mary as Orant). Single leaf from a missal with historiated initial "D". With a body-colour initial on a burnished gold ground with marginal border, plus red Lombardic initials with penwork flourishes. - Latin manuscript on parchment. Italy (central Italy, Tuscany), second half of the 15th century. Gothic rotunda script in black with red rubrics. On the initial: The historiated initial "D" shows Mary as an orant (half-length figure, red mantle, blue-grey robe) against a green dotted ground. She stands in a black-framed field of polished gold leaf, and the body of the letter is blue with white decoration. The left border of flowers, penwork spirals and radiating gold balls corresponds to the 15th-century Italian type, probably central Italy. On the palaeography: The text is written in an even Gothic rotunda of Italian character, with elements of textura. The shafts are broken, the letters are compressed, the "a" is round and open, and "r rotunda" follows round letters. The majuscules are designed as broken, fraktur-like ornamental letters. The abbreviations are the liturgically customary ones: dñm nrm, suspension strokes for n/m, the Tironian note "7" for et, qz for -que, and e-caudata for ae. Filler marks stand a