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Alexis GRITCHENKO (Krolevets 1883 – Vence 1977) Landschaft von Santa Clara Entstanden 1956 Öl auf Holztafel 54 x 73 cm Unten links signiert und datiert „Gritchenko 56“ Auf der Rückseite der Holztafel befindet sich ein vom Künstler eigenhändig geschriebenes Etikett mit der Titelangabe „Santa Clara“ Provenienz: Sammlung Marcelle T., Paris Anschließend durch Erbschaft weitergegeben Alexis Gritchenko war ein ukrainischer Maler, Aquarellist, Schriftsteller und Kunstkritiker der École de Paris. Er wurde in Krolevets geboren, das damals zum Russischen Reich gehörte. Von 1905 bis 1912 studierte er an den Universitäten von Sankt Petersburg, Kiew und Moskau. Von 1906 bis 1908 studierte er Malerei und Zeichnen im Atelier von S. I. Svetoslavski, von 1909 bis 1910 im Atelier von K. F. Iouon und I. Dudin von 1909 bis 1910 sowie bei P.P. Konchalovski und I.I. Machkov von 1911 bis 1912 in Moskau. Er arbeitete zudem im Atelier von V. I. Tatlin und studierte die Sammlung von Sergej Schtschukin, die insbesondere Werke von Paul Cézanne, Henri Matisse, Paul Gauguin, Claude Monet und Pablo Picasso umfasste. 1911 besucht Alexis Gritchenko Paris und den Louvre und trifft in der französischen Hauptstadt die Maler André Lhote, Alexander Archipenko und Henri Le Fauconnier. Er unternahm eine Reise nach Italien und kehrte nach Moskau zurück, wo er eine avantgardistische Theorie begründete, die er „Tsvetodinamos“ (Farbe-Bewegung) nannte und deren Grundprinzipien in der Bedeutung von Farbflächen liegen, die den Raum definieren und unterteilen. Die Theorie von Alexis Gritchenko reiht sich ein in die Vielzahl der Moskauer Avantgarden, darunter den Primitivismus von Alexander Schewtschenko, Natalja Gontscharowa und Michail Larionow, den Suprematismus von Kasimir Malewitsch sowie den Konstruktivismus. Alexis Gritchenko wurde 1918 Lehrer in einem staatlichen freien Atelier und lehrte dort gemeinsam mit Alexander Schewtschenko die Essenz dieser Theorie. Da er die bolschewistische Diktatur ablehnte, beschloss er, in den Westen zu gehen; er zog nach Kiew und gelangte von Sewastopol aus nach Konstantinopel, wo er zwei Jahre blieb. Während dieser zwei Jahre in Konstantinopel schuf er Aquarelle mit Szenen aus dem Alltag und Landschaften. 1921 gelangte er nach Griechenland, betrat im Herbst 1921 in Marseille französischen Boden und zog schließlich nach Paris. In Paris war er in der Kunstszene besonders aktiv. Er stellt von 1921 bis 1945 im Salon d’Automne und von 1928 bis 1948 im Salon des Tuileries aus und nimmt an zahlreichen Ausstellungen teil, die von berühmten Galerien in Frankreich und im Ausland organisiert werden, insbesondere in der Galerie Dominique, der Galerie Bing, der Galerie Katia Granoff, der Galerie Druet, der Galerie de l’Élysée, der Galerie Weill sowie der Galerie Bernheim Jeune. Der Maler wurde zudem von den Kunsthändlern Paul Guillaume und Léopold Zborowski unterstützt. Gritchenkos Werke befinden sich heute in den Sammlungen von Museen wie dem MoMA in New York, der Barnes Foundation in Philadelphia, dem Statens Museum for Kunst in Kopenhagen, dem Centre Pompidou in Paris oder den Königlichen Museen der Schönen Künste von Belgien in Brüssel. E.V. Marcelle T. wurde im Osmanischen Reich in einer Familie mit sechs Kindern geboren und lebte bis 1925 in Istanbul. Als Tochter einer frankophilen Familie besuchte sie die Schule „Notre-Dame de Sion“, aber auch die Deutsche Schule, da die französische Schule während des Ersten Weltkriegs schließen musste. Ihr Vater, ein großer Liebhaber der Malerei, führte sie in die Kunst ein und brachte sie vermutlich mit Alexis Gritchenko in Kontakt, als dieser von 1919 bis 1921 in Istanbul weilte. Marcelle T. ließ sich 1925 mit ihrem Ehemann in Paris nieder, wo sie bis zu ihrem Tod lebte. Ihr Vater, der nach Frankreich berufen worden war, ließ sich 1927 ebenfalls in Paris nieder und teilte weiterhin mit seiner Tochter die Leidenschaft für die Malerei. Sie nahmen wieder Kontakt zu Alexis Gritchenko auf, der mittlerweile in Frankreich lebte, und Marcelle T. erwarb mehrere seiner Gemälde. Diese Gemälde sind seitdem im Familienbesitz geblieben; ihr Enkel entdeckte sie noch als Kind bei seinen regelmäßigen Besuchen bei seiner Großmutter.
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