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Drei Jugendstil-Likörgläser "Enzian", "Krokus" und "Stiefmütterchen" (?). Ludwig Sütterlin (zugeschr.) für Fritz Heckert, Petersdorf. Wohl um 1904. Firma Fritz Heckert 1866 Petersdorf – 1945 ebenda Ludwig Sütterlin 1865 Lahr (Schwarzwald) – 1917 Berlin Farbloses Glas mit transparenter Emaille-Bemalung und Vergoldung. Die Kuppa jeweils mit stilisierten Blütendekor, grün bzw. violett verlaufende Stängelschäfte. Standfuß jeweils mit umlaufendem Goldfaden. Zur Form vgl. Stefania Zelasko, Fritz Heckert, Kunstglas Industrie 1866–1923, S. 238 f., zum Dekor vgl. Udo Schröder, Trinkgläser vom Jugendstil zum Art Deco, S. 102 f. Standfüße teils mit unscheinbaren Einschlüssen. Vergoldung teils minimal berieben. Maße: H. 16,3 cm. Firma Fritz Heckert 1866 Petersdorf – 1945 ebenda 1866 Gründung einer Glasraffinerie durch Fritz Heckert in Petersdorf, Ausbau zu einem bedeutenden Betrieb der Glasveredelung mit zeitweise 200 Mitarbeitern. 1887 Tod von Fritz Heckert. Weiterführung des Unternehmens durch seine Witwe, später seinen Schwiegersohn und ab 1905 seinen Sohn Bruno Heckert. 1910 Übernahme durch Heinrich von Loesch, ab 1911 Firmierung als "Fritz Heckert – Petersdorfer Glashütte KG". 1918 Übernahme durch die Josephinenhütte des Reichsgrafen Schaffgotsch und Zusammenschluss mit Neumann & Staebe zum Verbund "Jo-He-Ky". 1925 Eingliederung des Heckert-Unternehmens in die "Josephinenhütte AG Petersdorf". 1945 Ende des Unternehmens und Fortführung der Glasproduktion in Piechowice (Petersdorf) und Szklarska Poreba (Schreiberhau). Ludwig Sütterlin 1865 Lahr (Schwarzwald) – 1917 Berlin 1871–79 Besuch der Volksschule in Lahr. 1879–88 Ausbildung zum Lithographen, daneben Aneignung kunsthandwerklicher Techniken, u. a. Lederverarbeitung und Buchbinderei. 1888 Übersiedlung nach Berlin, Tätigkeit als Grafiker und Entwerfer für Bucheinbände, Vasen, Gläser, Grußkarten, Wertpapiere und Buchschmuck. 1896 Entwurf des "Hammer-Plakats" zur Berliner Gewerbeausstellung, das durch seine moderne Gestaltung weithin bekannt wird. Ab den 1890er Jahren Unterrichtstätigkeit an verschiedenen Fach- und Fortbildungsschulen, ab 1904 Lehrer für Ornament- und Schriftzeichnen am Berliner Kunstgewerbemuseum. Beschäftigung mit modernen Schriftformen und Entwicklung der Sütterlin-Unziale.
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