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Anatoli Kaplan "Stempenju". 1963-1967. Anatoli Kaplan 1902 Rahatschau – 1980 Leningrad 30 Lithografien. Kassette mit einer Auswahl von dreißig Arbeiten der Folge zu Scholem Alejchems gleichnamigen Roman sowie Impressum in russischer Sprache. Jeweils in Blei u.re. kyrillisch signiert und datiert "AKaplan 68", u.li. fortlaufend nummeriert und kyrillisch betitelt. Mit einem maschinenschriftlichen Inhaltsblatt in deutscher Sprache von fremder Hand mit Annotationen in Kugelschreiber, einem Biographie-Blatt zu Kaplan sowie einem Flyer der Kunstausstellung "Wort und Bild", 1971, Leipzig. Nr. 86 von 125 Exemplaren. Edition der eikon Grafik-Presse, VEB Verlag der Kunst, Dresden, 1967. In der originalen Ziegenleder-Kassette, Frontispiz mit Impressum auf der Innenseite des Mappendeckels klebemontiert. Mit den Arbeiten: 1) Titelblatt. 1965. 2) "Das Städtchen". 1965–67. 3) "Kapelle". 1965–67. 4) "Hochzeitsmahl". 1965–67. 5) "Brautwerber". 1965–67. 6) "Die Eltern". 1965. 7) "Stelldichein". 1967. 8) "Die Braut". 1967. 9) "Vor der Trauung". 1965–67. 10) "Riwkele". 1966. 11) "Frejdl".1965–67. 12) "Der Tanz". 1965–67. 13) "Hochzeitsnarren". 1965–67. 14) "Begegnung". 1965–67. 15) "Rochele". 1966. 16) "Stempenju". 1966. 17) "Erklärung". 1965. 18) "Verlobung". 1965–67. 19) "Rochele und ihr Mann". 1966. 20) "Masepowka". 1967. 21) "Hochzeitstanz". 1965–67. 22) "Trauung". 1965–67. 23) "Chaje-Etl". 1965–67. 24) "Freundinnen". 1966. 25) "Das Leid". 1965–67. 26) "Vor dem Spiegel". 1965. 27) "Serenade". 1965. 28) "Die Blumen". 1967. 29) "Beim Tee". 1965–67. 30) "Die Familie". 1966. 31) Schlussblatt mit Impressum (Frontispiz). WVZ Mayer / Strodt IX 1–31, mit abweichender Angabe zum Blattmaß 62 x 44 cm. Vgl. Mayer, R. (Hrsg.): Aurora und die eikon Grafik-Presse Dresden 1964 – 1992. Dresden 1999. Nr. 3. Mit Stempenju legte der russisch-jüdische Autor Scholem Alejchem im Jahr 1886 sein dem geschichtenerzählenden Großvater gewidmetes Erstlingswerk vor. In heiterem, gelösten Tenor wird die leidenschaftliche Romanze zwischen dem äußerst beliebten Musikanten Stempenju und der bereits vermählten Schönheit Rochel von der ersten Begegnung bis hin zum unvermeidlichen Ende beschrieben. Vielleicht mehr eine Novelle als einen Roman darstellend, verbindet Alejchem teils deftige und schonungslose Schilderungen jüdischen Wesens, Leidens und Feierbrauchtums mit der einfühlsamen Verbildlichung der ambivalenten Gefühlswelt von Liebenden. Die Musik dient dem Protagonisten als Sprache des Herzens. Stempenju spielt stets auf Hochzeiten auf und nicht selten wirbt er mit seiner Fiedel um die Braut. Nicht ohne ein Augenzwinkern lässt der Autor die anständige Rochel dem sehnsuchtsvollen Spiel des Musikanten erliegen und seine Charaktere an der Unerfüllbarkeit ihrer beider Wünsche wachsen. Die lithografierten Illustrationen Kaplans stellen keine textgetreue Übersetzung der Worte ins Bild dar, sondern zeigen vielmehr seine eigene Interpretation der Ereignisse. Immer wieder sieht man in nahezu sphärischen, flimmernden und traum-haften Darstellungen die Braut und die Hochzeitsgesellschaft, die Portraits wandeln sich wie das literarische Wesen der Akteure. Die Braut bei Kaplan heißt Rochel und ihr zur Seite stellt er den geliebten Stempenju. In der Abweichung von der Textvorlage verbildlicht Kaplan das Sehnen der handelnden Personen sowie das Hoffen des Lesers und schenkt somit der Erzählung einen wie Musik den Raum und Geist erfüllenden, zusätzlichen Klang. Nummeriert "86". Eikon Grafik-Presse, VEB Verlag der Kunst, Dresden. Teils sehr leicht gebräunte Blattkante. Teils sehr leicht griff- und knickspurig. Biographie- und Inhaltsblatt knickspurig. 3) verso mit deutlichem, säurebedingten Abdruck. 19) säurebedingt leicht gebräunt. 8)–10) verso unscheinbar gebräunt. Kassette außen partiell leicht berieben, der o. Kassettendeckel in den Ecken etwas flügelnd, re. deutlicher. Maße: Bl. 62,3 x 47,1 cm, Mappe 67,4 x 50,5 cm. Anatoli Kaplan 1902 Rahatschau – 1980 Leningrad Der russisch-jüdische Maler, Bildhauer und Grafiker besuchte 1922–27 die Kunstakademie in Petrograd (später Leningrad). 1937 erhielt er den Auftrag des Ethnographischen Museums in Leningrad, eine Serie von Lithografien zu schaffen. Ab 1953 konzentrierte sich Kaplan ganz auf jüdische Themen, u.a. entstanden in dieser Zeit Illustrationen zu verschiedenen Texten jüdischer Künstler. Ab 1967 entstanden vor allem Keramiken und Skulpturen.
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