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Ernst Ludwig Kirchner "Chansonette (Frau im schulterfreien Kleid)". 1911. Ernst Ludwig Kirchner 1880 Aschaffenburg – 1938 Frauenkirche-Wildboden Lise Gujer 1893 Zürich – 1967 Sertig (Gem. Davos) Bleistiftzeichnung auf Velin, aus einem Skizzenbuch. Unsigniert. Verso am u. Blattrand mit dem Stempel der Galerie Nierendorf (Nr. E 70–916/181) und der Unterschrift von Florian Karsch in Blei, von Florian Karsch in Blei betitelt und datiert. Nicht im WVZ Presler. Provenienz: Dresdner Besitz, vormals Sammlung Lise Gujer, Schweiz. Frühes Skizzenbuchblatt, wohl noch aus der Dresdner Zeit Kirchners, vor seinem Umzug nach Berlin im Oktober 1911. Kirchner nimmt hier die spontane, schnelle, nur auf das Wesentlichste zentrierte Zeichenschrift auf, die er so beschrieb: "Der beste Prüfstein für die künstlerische Arbeit [...] ist [...] die Skizze. In ihrer unmittelbaren Ekstase erfasst sie die reinsten und feinsten Gefühle des Schaffenden.". Wir danken Herrn Prof. Dr. Dr. Gerd Presler, Weingarten, für wissenschaftliche Hinweise. Der Stempel verblasst. Leicht fingerspurig. Am li. Blattrand eine vertikal über das gesamte Blatt verlaufende Knickspur. Verso an den o. Ecken mit Resten alter Montierungen. Maße: 20,2 x 16,2 cm. Ernst Ludwig Kirchner 1880 Aschaffenburg – 1938 Frauenkirche-Wildboden Maler und Grafiker. Kindheit und Jugend in Chemnitz. 1901–05 Architekturstudium in Dresden. 1905 Gründungsmitglied der Dresdner Künstlergemeinschaft "Brücke" mit Erich Heckel, Fritz Bleyl und Karl Schmidt-Rottluff. Als Expressionist besonders an der Landschaft und am Akt interessiert. Integration außereuropäischer Formensprache. 1908 erster längerer Aufenthalt auf Fehrmarn. 1909–11 Liebesbeziehung mit seinem Modell Doris Große. 1911 Umzug nach Berlin aufgrund mangelnden Erfolgs und Teilnahme an Ausstellungen der Neuen Secession. 1911 außerdem erfolglose Gründung der Malschule "MIUM-Institut" zusammen mit Max Pechstein. Ab 1912 Liebesbeziehung mit Erna Schilling. 1913 Auflösung der "Brücke". 1912–14 Übersiedelung nach Fehrmarn. 1915 Rekrut im Ersten Weltkrieg, wird medikamentenabhängig. 1917–21 Umzug nach Davos, schlechter Gesundheitszustand. Ab Mitte der 1920er Jahre zunehmender Erfolg bei Sammlern, aber auch stärkere Abstraktion. Ab 1937 Schmähung im Rahmen der Aktion "Entartete Kunst". 1938 vermutlich Suizid. Lise Gujer 1893 Zürich – 1967 Sertig (Gem. Davos) Schweizer Textilkünstlerin. Ab 1915 wohnhaft in Clavadel (Gem. Davos). Ab 1922 erste Webarbeiten. Durch Jakob und Elsa Bosshart ergab sich der Kontakt zu Ernst Ludwig und Erna Kirchner, was Gujers ganzes späteres Leben bestimmte und zu ersten Versuchen, Arbeiten nach Entwürfen Kirchners herzustellen, führte. Ab ca. 1924 größere Arbeiten, die auch Kirchner befriedigten. 1940 Kauf des Hauses Gruoba im Sertig, welches sie mit Bildern und Möbeln Kirchners ausstattete. 1951 Wiederaufnahme der Webarbeiten. Neben Wirkereien nach Originalentwürfen Kirchners nun auch solche nach Aquarellen, Bildern und Kissen sowie Neufassungen erster Arbeiten in mehreren Exemplaren. 1999 umfassende Ausstellung im Kirchner Museum Davos.
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