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Bernardo Bellotto, gen. Canaletto "Vue de la Place de la Ville-neuve de Dresden, de la grande Allée qui aboutit à la Porte noire ...". 1750. Bernardo Bellotto, gen. Canaletto 1720 Venedig – 1780 Warschau Radierung auf kräftigem Bütten mit Wasserzeichen Mi.li. und Mi.re. In der Platte unterhalb der Darstellung französisch betitelt "Vue de la Place de la Ville-neuve de Dresden, de la grande Allée qui aboutit à la Porte noire et des deux grandes rues dites Rähnitz-Gasse et Breite Gasse Ou L''on voit aussi la Statue Equestre du Roi Auguste II. de Glorieuse memoire et L'' ancien Hôtel de ville" und u.re. signiert "Peint et Gravé par Bernard Bellotto dit Canaletto Peintre Roial.". Das Wappen auf die Platte selbst radiert. Auf dem u. Plattenrand mit Nadelproben. Verso u.li. in Blei mit Annotationen von fremder Hand "G[…]. p. 258 N 815", "21424", "[De Vesme] N 14 I.", "Marktplatz in Dresden-Neustadt". Hinter Glas in einer klassizistischen Leiste mit aufgesetzten, ebonisierten Eckquadern und Messingrosetten gerahmt. WVZ De Vesme 14 (I von III); WVZ Kozakiewicz 187 I (von II). Die berühmten Veduten, die vom gerade an den Dresdner Hof gekommenen Maler Bernardo Bellotto gen. Canaletto geschaffen wurden, dokumentieren auf anschauliche Weise den höfischen Repräsentationswillen von König August III. (1696–1763). Wahrscheinlich waren die Serien von Veduten in einem repräsentativen Saal im Schloss, als Pendants gehängt, untergebracht – ein ähnlich rekonstruierter Saal befindet sich im Warschauer Königsschloss. Die repräsentativen und identitätsstiftenden Gebäude der Augusteischen Zeit, die Bautätigkeit unter August III., aber auch der Wohlstand des Bürgertums wurde auf der Vedutenserie minutiös und lebhaft geschildert. Mit dem Blick vom Blockhaus über den Neustädter Markt nach Norden dokumentierte Bellotto den Ausbau von Altendresden im Auftrag Augusts des Starken (1670–1733) Anfang der 1730er Jahre. Der Marktplatz wurde vom Brückenkopf aus erweitert, die Straße Richtung Norden (heute Hauptstraße) als Magistrale ausgebaut, mit dem mächtig hervortretenden Dach der Dreikönigskirche. 1736 wurde das Reiterstandbild für August den Starken – Der Goldene Reiter – nach Entwürfen von Jean Joseph Vinache (1696–1754) aufgestellt. Rechts ist das Rathaus von Altendresden sichtbar, ein Bau aus dem 16. Jh., welcher in den 1750er Jahren abgerissen wurde. Auch die Bautätigkeit unter August III. wurde mit der Abtragung des Gewandhauses – links gegenüber – festgehalten. An dessen Stelle wurde 1750–54 das neue Rathaus von Johann Christoph Berger (1708–1760), nach einem Entwurf von Johann Gottfried Fehre (1685–1753) und Johann Christoph Knöffel (1686–1752), errichtet. Die noch im selben Jahr wie das Gemälde entstandene Radierung weist minimale Veränderungen in der Staffage auf. So ist den zwei Hunden im Vordergrund li. ein sich nach vorn beugender Junge mit einem Stock beigegeben, bei der Gruppe von Männern re. vor dem Rathaus ist eine Figur mehr dargestellt und auch der Brunnen am re. Bildrand wurde mit zwei weiteren Figuren staffiert. Mit der üblichen, geglätteten und hinterlegten vertikalen Mittelfalte. Insgesamt etwas wellig, in den Randbereichen mit Griffknicken und Knitterspuren, re. und li. deutlicher. Ein unscheinbarer Einriss (8 mm) am re. Rand, verso alt hinterlegt. Verso mit leicht gelblichen Flüssigkeitsfleckchen, vereinzelten Anschmutzungen, am o. Rand mit Resten einer ehemaligen braunen Papiermontierung. Ra. mit zum Teil deutlichen Kratzspuren. Maße: Pl. 53,5 x 84,5 cm, Bl. 58,5 x 88,5 cm, Ra. 66 x 95 cm. Bernardo Bellotto, gen. Canaletto 1720 Venedig – 1780 Warschau Lehrzeit bei seinem Onkel, dem Vedutenmaler Antonio Canal, gen. Canaletto. Um 1735 in dessen Werkstatt tätig. B. bereiste Rom und Oberitalien. Ein Auftrag des Königshauses von Turin aus dem Jahre 1745 beförderte seine europäische Karriere. Wohl durch den Einfluss P. Guarientis (späterer Direktor der Königl. Gemäldegalerie in Dresden) wurde B. 1746 nach Dresden berufen und siedelte 1747 mit seiner Familie nach Dresden über. 1748 wurde er zum Hofmaler ernannt und schuf eindrucksvolle Veduten von Dresden, Pirna sowie der Festung Königstein, mit denen er die großzügige Baupolitik der Augusteischen Zeit dokumentierte. Die meisten Gemälde wurden von Bellotto radiert, von allen Dresden-Ansichten und acht Pirna-Veduten fertigte er Kopien für den Premierminister Heinrich Graf von Brühl an. Sein Ansehen in Dresden war sehr groß, wovon sein hohes Gehalt von 1750 Talern und die Tatsache zeugten, dass das Ehepaar Brühl Patenschaften für die Kinder des Malers übernahmen. Bei Ausbruch des Siebenjährigen Krieges flohen seine Auftraggeber nach Warschau. Bellotto ging nach Wien und arbeitete dort für Maria Theresia. 1761 war er in München tätig und kehrte noch im selben Jahr nach Dresden zurück und dokumentierte die zerstörte Stadt. Nach Ende des Siebenjährigen Krieges wurde er nicht e
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