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Willy Kriegel, Waldbodenstück mit Pilzen. Um 1940. Willy Kriegel 1901 Dresden – 1966 Starnberg Minni (Hermine) Herzing 1883 Frankfurt am Main – 1968 Chemnitz Öl auf Sperrholz. U.re. monogrammiert "K". Verso u.li. ein Etikett der Kunsthütte Chemnitz, typografisch nummeriert "590". Rückseite vollflächig weiß grundiert. In einer profilierten Leiste mit silberfarbener Schlagmetallauflage über rotem Bolus gerahmt. Provenienz: Nachlass Minni Herzing, Chemnitz / Dresden. 1938 wurde der bekennende Romantiker Willy Kriegel in der "Kunst für alle" gebeten, sein Werk zu charakterisieren. Illustriert ist sein Text mit weiteren, dem hier vorliegenden vergleichbaren Bodenstücken: "Von dieser unendlich reichen Erde fühle ich mich angezogen und sitze inbrünstig davor und arbeite. Da entdecke ich in der kleinen, kleinsten und doch so großen Welt Herrlichkeiten ohne Ende. Sehe, daß wir Menschen gar keine Blumen und Pflanzen mehr kennen. Wir sind nur von Züchtungen umgeben und wissen gar nicht, wie wunderbar die Natur uns alle Blüten schenkt. […] An solchen nach Erde riechenden Flecken sitze ich und male. Dort beobachte ich das stille Leben, das Erdleben." (zitiert nach: Willy Kriegel: Kleine Welt am Wasser. In: "Die Kunst für alle" 53 (1937–38), S. 212–214.). Bildträger mit Kratzspuren (vor dem Malprozess vorhanden). Malschicht im Falzbereich berieben, mit minimalen, punktuellen Farbverlusten an den Außenkanten. Ra. mit Kratzspuren und partiellen Verlusten der Schlagmetallauflage. Maße: 65 x 55,5 cm, Ra. 72 x 62 cm. Zzgl. Folgerechts-Anteil 2,5 %. Willy Kriegel 1901 Dresden – 1966 Starnberg 1915–23 Lehre als Musterzeichner, danach Aufnahme eines Studiums der Malerei an der Dresdner Kunstakademie u.a. bei Ferdinand Dorsch, Otto Gussmann und Otto Hettner. Meisterschüler von Oskar Kokoschka. 1923/24 sowie 1938 Studienreisen nach Italien. Ab 1928 Einzelausstellungen in Berlin, Dresden, Zittau u. Chemnitz. 1928–34 Aufenthalt in Mallorca. 1931 Dürer-Preis der Stadt Nürnberg, 1936 Beteiligung an der Biennale in Venedig. 1937 Goldmedaille auf der Pariser Weltausstellung, gleichzeitig von den Nazis als "entartet" diffamiert. 1942 Übersiedlung nach Schluchsee/Schwarzwald, 1953 Umzug nach Feldafing/Bayern. Ab 1964 Lehrtätigkeit in Köln. Mit Werken u.a. vertreten in: Lindenau-Museum Altenburg, Museum der bildenden Künste Leipzig, Städt. Kunstsammlungen Dresden, Städt. Kunstsammlungen Freital u. Städt. Kunstsammlungen Chemnitz. Minni (Hermine) Herzing 1883 Frankfurt am Main – 1968 Chemnitz Besuch der Zeichenschule Hanau. 1900–03 Tätigkeit als Entwurfszeichnerin. 1908 Übersiedlung nach Dresden, erneuter Malunterricht, bei Georg Gelbke u. Willy Kriegel. 1935 Übersiedlung nach Chemnitz. Intensive Beschäftigung mit Aquarellmalerei, bevorzugt Blumenstücke und Landschaften.
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