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Erich Fraaß "Drei Frauen am See". Um 1919. Erich Fraaß 1893 Glauchau – 1974 Dresden Öl auf Leinwand. U.li. ligiert signiert "E Fraass.". Verso mit einer von Künstlerhand gestrichenen Landschaftsdarstellung (überkopf) sowie mit Etiketten der Galerie Hebecker, Weimar, und der Kunstausstellung Kühl, Dresden, mit umfassenden Bezeichnungen. In einer schwarzen Schattenfugenleiste gerahmt. WVZ Hebecker 5. Provenienz: Sächsische Privatsammlung; Kunstausstellung Kühl, Dresden, 2020; Nachlass des Künstlers. Bei dem vorliegenden Gemälde kann man sich des Eindrucks nicht verwehren, dass Fraaß motivisch Paul Gauguins berühmte Südseebilder zitiert. So innig wie die Figuren untereinander sind, so entrückt wirken sie auf den Betrachter. Womöglich ist dieses Gemälde ein Nachklang auf die Gauguin-Ausstellung, die 1910 in der Dresdner Galerie Arnold zu sehen war, in jenem Jahr, als Fraaß sein Studium an der Kunstgewerbeschule aufnahm. Allerdings wären solche Zuschreibungen wohl nicht im Sinne Fraaß''. In seinem Tagebuch heißt es 1921: "Wir haben in unserer Zeit deshalb so viel Ismusse, weil wir zu viel suchen, zu viel wollen und nicht innerlich befreit sind. Ein Kunstwerk erklärt sich selbst. Man schreibt zu viel über Kunst. Dadurch ver- wirrt man den Betrachter und macht ihn unfrei." (Zitiert nach WVZ Hebecker, unpaginiert). Bildträger technikbedingt etwas wellig und leichte Klimakante am li. Bildrand. Kleine Leinwandrisse an den Ecken o.li. und u.re. Ein Leinwandriss am u. Spannrand Mi. (2 cm), dort mit zusätzlichen Heftklammern zwischen der Nagelung. Mehrere pastose, leicht farbabweichende Retuschen, insbes. im Himmel o.li., in Gesicht und Hand der Liegenden re., im Rücken der mittigen Figur sowie kleinere im Bereich der Stehenden li. Maße: 55 x 74,5 cm, Ra. 59 x 79 cm. Erich Fraaß 1893 Glauchau – 1974 Dresden 1907–10 Lithografenlehre, 1910–14 Studium an der Kunstgewerbeschule und an der Kunstakademie Dresden bei O. Zwintscher. Fraaß meldet sich als Freiwilliger zum Kriegsdienst. 1919–22 Meisterschüler von Robert Sterl. 1920 Heirat seiner Frau Grete, im gleichen Jahr Studienreise nach Holland. 1924 Malerfahrt mit Künstlerkollegen in den Böhmerwald. 1925 Studienreise nach Spanien. 1926 Aufenthalt in Tirol. 1927–29 Aufenthalte in Leipzig. Es entstehen Deckfarbenblätter der Leipziger Auenlandschaft und Studien im Leipziger Zoo. 1931 Mitbegründer und Vorsitzender der Dresdner Sezession. 1945 Zerstörung des Ateliers beim Bombenangriff und Vernichtung vieler seiner Arbeiten. 1953–58 Professor für Malerei an der Dresdner Kunstakademie. 1959 Kunstpreis der Stadt Dresden.
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