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ALMANACH ROYAL, Schaltjahr M.DCC.LXXXVIII [1788]. Paris, Witwe d’Houry und Debure, o. J. (1787). Großes 8vo, Einband aus der Zeit in rotem Marokko-Leder, Buchdeckel mit einem breiten und zwei schmalen Zierbändern umrahmt, mit großen Lilien in den Ecken und Wappen in der Mitte, glatter Buchrücken, durch vergoldete Zierrollen in Felder unterteilt und mit Lilien verziert, innere Zierrolle, Vorsatzblätter aus blauem Tabis, Schnittkanten vergoldet. HERVORRAGENDES UND ÄUSSERST SELTENES EXEMPLAR AUF GROSSEM PAPIER MIT DEM WAPPEN VON LOUIS-CHARLES DE FRANCE, DEM ZWEITEN SOHN VON LUDWIG XVI. UND MARIE-ANTOINETTE, GENAU „LE DAUPHIN DU TEMPLE“ GENANNT (1785–1795). Dieser kostbare Band trägt sein Wappen als Herzog der Normandie, einen Titel, den er bis zum Tod seines älteren Bruders am 4. Juni 1789 trug; an diesem Tag wurde er zum Dauphin von Frankreich ernannt. Den Titel „Kronprinz“ erhielt er, als der Titel des Dauphins am 4. August desselben Jahres abgeschafft wurde. „Nachdem er 1792 mit seiner Familie im Temple eingesperrt worden war, wurde er nach der Hinrichtung seines Vaters (21. Januar 1793) von seinen Anhängern unter dem Namen Ludwig XVII. zum König ausgerufen und von England und Russland anerkannt; doch seine Gefangenschaft und die Misshandlungen, denen er ausgesetzt war, ruinierten seine Gesundheit. Ludwig XVII. starb am 8. Juni 1795 im Temple als unschuldiges Opfer der königlichen Sache“ (OHR). Einbände mit dem Wappen dieses Kindes mit tragischem Schicksal sind nur in wenigen, äußerst seltenen Exemplaren bekannt¹. OHR (2544) führt lediglich den vorliegenden Band auf und präzisiert: „Eisen, äußerst selten“. Wie es manchmal vorkommt, wurde das Wort „Royal“ auf dem Titelblatt teilweise abgekratzt. Aus der Bibliothek Lebeuf de Montgermont (VII, 1914, Nr. 564). Das Exemplar war im Katalog der Librairie Rahir (1920, Nr. 20) aufgeführt. 1- Bei öffentlichen Auktionen können wir kaum mehr als das Widmungsexemplar der „Essais sur l’arithmétique religieuse, morale et politique“ von Messance nennen, das das Wappen des Prinzen als Dauphin trägt und aus den Bibliotheken von Adolphe Bordes und Jacques Guérin stammt (7. Juni 1990, Nr. 42, damals für 250.000 Francs zugeschlagen).
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