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LONGUS. Die Hirtenliebe von Daphnis und Chloe (aus dem Griechischen übersetzt von Amyot) mit Illustrationen. O. O. (Paris, Quillau), 1718. Kleines 8°-Format (163 x 103 mm), zeitgenössischer Einband aus olivgrünem Maroquin, mit rotem Maroquin gefüttert, breite gerade Borte mit großen vergoldeten Eckmotiven auf den Deckelseiten, umrahmende Borte auf dem Futter, fein verzierter, gerippter Rücken mit Titelplakette aus rotem Maroquin, Vorsatzblätter aus vergoldetem Papier, vergoldete Schnittkanten, Schachtel. Erste Auflage. Berühmte Ausgabe, die sogenannte „Régent“-Ausgabe, da sie nach den heute verschollenen Gemälden illustriert ist, zu denen der Roman des Longus Philippe d’Orléans (1674–1723) inspiriert haben soll, der nach dem Tod Ludwigs XIV. Regent von Frankreich und in seiner Freizeit Künstler war. Diese Erstausgabe ist illustriert mit einem von Coypel gezeichneten und von Audran gestochenen Frontispiz, sechs verzierten Briefen, einer Kopfvignette von Scotin und 28 Abbildungen, darunter dreizehn auf Doppelseiten, die von Benoît Audran nach seinen eigenen, an die Originalgemälde angelehnten Zeichnungen gestochen wurden. Wie der Vermerk „Philippus inv. et pinxit 1714“ am unteren Rand der Tafeln zeigt, entstanden die Gemälde bereits ab 1714, zweifellos unter Mitwirkung von Antoine und Charles-Antoine Coypel, Vater und Sohn, den Hofmalern des Regenten. Sechzehn der von Audran auf weißem Papier angefertigten Vorzeichnungen für die Stiche werden im Musée Condé in Chantilly aufbewahrt. AUSSERGEWÖHNLICHES EXEMPLAR, STRENG ZEITGEMÄSS IN MAROKKO-LEDER GEBUNDEN, DAS AUF DEN DECKBLÄTTERN MIT EINER FEINEN UND ELEGANTEN GERADEN SPITZE VERZIERT IST. Die zweite Girlande, die das Innenfutter ziert, sowie die gegenüberliegenden Vorsatzblätter aus vergoldetem Papier unterstreichen den luxuriösen Charakter des Bandes noch zusätzlich. Das Exemplar mit großzügigen Rändern und sorgfältiger Korrektur ist in einwandfreiem Zustand. In diesem Zustand äußerst selten, in einem doppelt mit Spitze verzierten Einband, der streng aus der Epoche stammt¹. Dem Exemplar lag als Beilage die sogenannte „Figur der kleinen Füße“ bei. Diese suggestive Vignette wurde erst 1728 vom Grafen von Caylus nach einer Zeichnung des Regenten gestochen und ist daher in den streng zeitgenössisch gebundenen Exemplaren nicht enthalten. 1 – Die für dieses Buch angefertigten Spitzenbände stammen fast immer aus späterer Zeit, aus der Epoche Ludwigs XV. 1959 von Émile Rossignol erworben.
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