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LIBER PSALMORUM, mit einigen kirchlichen Gesängen und Hymnen. Paris, Jamet Mettayer, 1587. Kleines 8°-Format (153 x 85 mm), zeitgenössischer Einband aus braunem Maroquinleder, Buchdeckel vollständig mit einem versilberten (oxidierten) Dekor überzogen, bestehend aus leeren geometrischen Feldern, die durch drei gerade und geschwungene Zierlinien innerhalb eines Rahmens aus drei Zierlinien gebildet werden, zentrales Medaillon mit Darstellung der Kreuzigung, glatter Rücken, verziert mit geometrischen Feldern, die eine Lilie (unteres und oberes Feld) sowie das königliche Wappen (mittleres Feld) enthalten, oben ein Totenschädel und zwei Tränen, unten das Motto „SPES MEA DEUS“, Spuren von Verschlüssen. Etui aus havannafarbenem Maroquinleder in Buchform. KOSTBARES EXEMPLAR, AUF VELIN-LEDER GEDRUCKT UND MITEINEM SEHR ELEGANTEN EINBAND IM „FANFARE“-STIL MIT LEEREN FELDERN, DER IN DER MITTE DER DECKBLÄTTER EIN MEDAILLON MIT DER KREUZIGUNG UND AUF DER RÜCKSEITE DAS WAPPEN UND DAS MOTTO VON KÖNIG HEINRICH III. ZEIGT. Heute weiß man, dass diese Einbände für Mitglieder der verschiedenen von Heinrich III. gegründeten religiösen Bruderschaften bestimmt waren; das Vorhandensein des französischen Wappens und des königlichen Mottos lässt sich durch die besonderen Beziehungen erklären, die die Mitglieder dieser Bruderschaften mit ihrem Gründer verbanden. „Es handelt sich in der Regel um Einbände aus hochwertigem Marokko-Leder mit einem ‚leeren Fanfare‘-Ornament, d. h., auf den Buchdeckeln wurde lediglich die Struktur der ineinander verschlungenen Bänder des Eisenornaments eingezeichnet, wobei die Felder bis auf das zentrale Oval, das meist mit einem Medaillon religiöser Bedeutung verziert ist, frei von jeglicher Verzierung bleiben; außerdem tragen sie auf dem Rücken mit ähnlichem Dekor einen Totenkopf, das kleine Wappen Frankreichs und das Motto ‚Spes mea deus‘. „[…] In dieser Sammlung findet sich eine besonders elegante Reihe kleinformatiger Bände, die spätestens 1587 gedruckt wurden, fast alle in braunem oder olivfarbenem Marokko-Leder mit Goldverzierungen gebunden, deren einheitliches Dekor darauf hindeutet, dass die gesamte Sammlung zur gleichen Zeit angefertigt wurde: eine stets einzigartige Anordnung leerer Felder, mit Rücken in ähnlicher Verzierung und in der Mitte der Buchdeckel ein kleines Medaillon mit der Kreuzigung, umrandet von einer Perlenbordüre, die in einem kleinen Kreuz endet“ (F. Le Bars, in: Henri III, mécène des arts, des sciences et des lettres. Paris, 2006, S. 245–246). Die Einzigartigkeit dieses Exemplars, das auf Pergament gedruckt und mit Silberverzierungen (statt Goldverzierungen) versehen ist, lässt jedoch trotz des Fehlens des Wappens auf dem unteren Einband (vgl. Le Bars, op. cit.), die Annahme, dass es sich um das persönliche Exemplar von König Heinrich III. handelt. Brunet erwähnt von dieser Ausgabe nur ein einziges Exemplar auf Pergamenthaut in blauem Marokko-Leder, das aus dem Besitz von La Vallière stammt; möglicherweise handelt es sich um dasselbe Exemplar, das Van Praet als Unikat bezeichnet und das 1824 von der Königlichen Bibliothek erworben wurde. Schöner Druck in Rot und Schwarz von Alex Mettayer, dem Drucker von König Heinrich III., der verschiedene liturgische Bücher für diesen Fürsten anfertigte. Kupferstich in einem ovalen Medaillon auf dem Titelblatt, der am Anfang des Textes wiederholt wird und König David im Gebet zeigt. Alte handschriftliche Eintragung auf der ersten Innenseite des Einbands. Die Vorsatzblätter fehlen. Provenienz: Bulletin Morgand, 1887, Nr. 13583, mit Abbildung: „Kostbares Exemplar von König Heinrich III. In perfektem Erhaltungszustand“; Madame Poullier-Ketele (1924, Nr. 93); Cortland Bishop (1948, Nr. 176), mit Exlibris: „Printed on vellum for King Henri III“; R. Esmerian, 1972, Nr. 103, mit Exlibris: „Exemplar von König Heinrich III.“ (unter Bezugnahme auf das Exemplar aus dem Bulletin Morgand; der Katalogtext spricht zwar von einem „ähnlichen Exemplar“, doch die Abbildung im Bulletin zeigt eindeutig, dass es sich tatsächlich um dasselbe Exemplar handelt). 1972 von Émile Rossignol bei der Esmerian-Auktion erworben.
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