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Fragment einer Stupa-Balustradenstütze mit der Darstellung einer Flötenspielerin. Roter Sandstein aus Mathura, Kushan-Zeit, 1.–2. Jahrhundert n. Chr. Rückseite mit einer blühenden Lotusblüte verziert. Sockel von Kichizo Inagaki mit Stempel auf der Rückseite. H. 32 cm. Herkunft: Ehemalige Sammlung Paul Guillaume. Unsere Skulptur ist auf einer Fotografie aus dem Salon von Paul Guillaume in der Avenue de Messine 20 zu sehen, die in „Feuilles volantes“, Beilagen zu „Cahiers d’art“, Nr. 1, 1927 veröffentlicht wurde. Sie nimmt einen zentralen Platz auf dem Kaminsims vor dem Gemälde „Frau mit gelbem Oberteil“ ein, das Pablo Picasso 1907 gemalt hat. Herkunft: Auktion Thierry de Maigret, 2021. Anmerkungen: Die Kunst des Kushan-Reiches, die sich zwischen dem 1. und 3. Jahrhundert n. Chr. in Nordindien entfaltete, markiert einen der großen Höhepunkte der indischen Bildhauerkunst. Die Werkstätten von Mathura, die den berühmten lokalen roten Sandstein verwendeten, entwickelten einen originellen Stil, der indisches Erbe mit Einflüssen aus der hellenistischen Welt und Zentralasien verband. Diese Zeit war insbesondere von einer bemerkenswerten Blüte der buddhistischen Kunst geprägt, wobei Stupas mit reichhaltigen Skulpturengruppen verziert wurden. Dieses Fragment einer Balustradensäule aus rotem Sandstein, das höchstwahrscheinlich aus der Region Mathura stammt, zeigt eine Flötistin im Hochrelief. Weibliche Figuren – Musikerinnen, Tänzerinnen oder Yakṣīs – nahmen einen wichtigen Platz in der Verzierung der die Stupas umgebenden Balustraden ein. Über ihre rein ornamentale Funktion hinaus symbolisierten sie Wohlstand, Fruchtbarkeit und die Verehrung des buddhistischen Gesetzes und trugen so zum symbolischen Reichtum des Denkmals bei. In die seitlichen Rillen wurden die horizontalen Querstreben der Balustrade (vedikā) eingesetzt, während die Rückseite mit einer aufblühenden Lotusblüte in Rosettenform verziert ist – ein für die kuschischen Säulen von Mathura charakteristisches Motiv.
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