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MICHAEL TRIEGEL (geb. 1968 in Erfurt, tätig in Leipzig) Pontormo, 2001 Acryl und Öl auf Hartfaser. 25,5 x 17,5 cm. Gerahmt in einem historischen schwarz lackierten Schmuckrahmen mit goldener Sichtleiste, dieser eingesetzt in einen schwarzen Kastenrahmen. Rechts unten monogrammiert. Rückseitig bezeichnet. WVZ: G 160 Provenienz: Privatbesitz Sachsen Der 1968 in Erfurt geborene Triegel nahm 1990 sein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig auf. Er studierte Malerei bei Arno Rink und absolvierte anschließend ein Meisterschülerstudium bei Ulrich Hachulla. Michael Triegel gehört neben Neo Rauch zu den bekanntesten Vertreter der Neuen Leipziger Schule. Neben vielen Arbeiten in öffentlichen Museen und Sammlungen, erhielt er eine Reihe wichtiger Auftragsarbeiten. So porträtierte er zum Beispiel 2010 Papst Benedikt XVI. Neben Porträts schuf er eine ganze Reihe von Altären für die evangelische und katholische Kirche. In dem Selbstbildnis, das Michael Triegel mit 33 Jahren schuf, nimmt er Bezug auf eine Rötelzeichnung Jacopo da Pontormos (1494 Pontormo - 1557 Florenz), eines der bedeutendsten florentinischen Maler des Manierismus. Diese Zeichnung gilt als vorbereitendes Blatt zu jener Figur, die sich im Altargemälde der Capponi-Kapelle in der Florentiner Kirche Santa Felicita am rechten Bildrand aus der Menge löst - der Überlieferung nach ein Selbstbildnis Pontormos, das ihn als stillen, leidvollen Zeugen der Kreuzabnahme Christi zeigt. Triegel übernimmt von diesem Vorbild die Drehung des Oberkörpers, die leichte Neigung des Kopfes und vor allem jenen suchenden, leidvollen Blick, mit dem die Pontormo-Figur im fertigen Altarbild die Bildgrenze durchbricht und den Betrachter direkt anspricht - nicht in andächtiger Zuwendung zu einem Altar, sondern als bezeugende Instanz, die das dargestellte Geschehen mit der Wirklichkeit des vor dem Bild Stehenden verknüpft. Während Triegel bei der Kopfbedeckung noch deutlich an sein Vorbild anknüpft, interpretiert er dessen Gewandung frei: Aus dem fallenden, faltenreichen Tuch des Manieristen wird bei Triegel eine schlichte dunkle Jacke, unter der ein weißes Unterhemd und ein leuchtend rotes, an eine Kapuzenjacke erinnerndes Kleidungsstück hervortreten. Dieses unscheinbare, ausgesprochen zeitgenössische Detail durchbricht bewusst die sonst so stimmige Anverwandlung an die manieristische Bildsprache und macht die Gegenwärtigkeit des Dargestellten spürbar. Auf einen Bildhintergrund verzichtet Triegel bewusst: Nichts soll den Betrachter von diesem außerordentlich offenen, tief in sich gekehrten und zugleich fesselnden Blick ablenken.
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