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PIETRO ANTONIO ROTARI (1707 Verona - 1762 St.Petersburg) Porträt einer jungen Dame Öl auf Leinwand. 47,5 x 35,5 cm. Gerahmt. Malschicht mit drei fachgerechten Retuschen über drei rückseitig hinterlegten Leinwanddurchbrüchen. Randdubliert. Verso mit Etikett versehen und bezeichnet "Original von Rotari. Graf Peter". Pietro Antonio Rotari studierte Malerei in Verona, danach in Rom und Neapel. Zurück in Verona gründete er ein eigenes Atelier und wurde zunächst vor allem als Maler religiöser Gemälde bekannt. 1749 erhielt er den Grafentitel. Über Wien und Dresden, wo er am Hof August III. wirkte und für seine „Varie teste" - Porträtserien mit unterschiedlichen Gemütsausdrücken - bekannt wurde, gelangte er schließlich nach Sankt Petersburg. Dort avancierte er zum Hofmaler der Zarin Elisabeth und porträtierte auch Peter III. und Katharina II., bevor er 1762 in Russland starb. Ein dunkler, halbdurchsichtiger Schleier liegt über Kopf und obere Gesichtshälfte. Die Augen blicken durch den Stoff hindurch und sind auf den Betrachter gerichtet. Der Kopf ist leicht geneigt, um den Mund liegt ein Lächeln, das mehr weiß, als es zeigt. Der Schleier verdeckt nichts wirklich. Er verlangsamt nur den Blick und macht ihn dadurch zum Ereignis. Genau darin liegt Rotaris Erfolgsrezept. Die Frauenköpfe, mit denen er in Dresden, Wien und Sankt Petersburg berühmt wurde, sind keine Auftragsporträts, sondern ein eigenes Genre: das Spiel der Empfindungen, immer galant, immer innerhalb der Etikette. Nicht wer dargestellt ist, sondern welche Regung, entscheidet über das Bild. Katharina II. erwarb nach Rotaris Tod den größten Teil seines Nachlasses; rund 360 dieser Köpfe hängen bis heute Rahmen an Rahmen im „Kabinett der Moden und Grazien" in Schloss Peterhof. Die malerische Qualität zeigt sich in den Details: das schimmernde Weiß der bestickten Spitzenpelerine, das gedeckte Blau des Kleides, die Perlgehänge am Ohr, die vor der grünlichen Tiefe des Grundes stehen. Ein rundum reizvolles Beispiel des Typus, der Rotaris Ruhm begründete.
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