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GOTTFRIED HELNWEIN (geb. 1948 in Wien, tätig in Waterford/Irland und Los Angeles/USA) Gott als General, 1987 Öl und Pastellkreide auf Papier. 78 x 52 cm. Hinter Glas im Passepartout gerahmt. Rechts unten signiert. Rückseitig auf Etikett betitelt und datiert. Helnwein ist ein international renommierter Künstler und wurde mit seinen hyperrealistischen Bildern bekannt. Ausgebildet wurde er zwischen 1969 und 1973 in der Meisterklasse für Malerei von Professor Rudolf Hausner an der Akademie der bildenden Künste Wien. Vor allem seine ersten Ausstellungen waren in Österreich teilweise heftig umstritten. Nachdem er in den 80er und 90er Jahren in Deutschland gearbeitet hatte, zog er 1997 nach Irland um. Seit 2002 arbeitet er abwechselnd dort und in Los Angeles. „Gott als General" zeigt eine Gestalt im Dreiviertelprofil vor blaugrauem Grund. Der Schädel leuchtet weiß auf, das Gesicht darunter verliert sich im Schwarzen - die Augenpartie bleibt gänzlich verschattet, die Figur damit blind oder blickverweigernd. Deutlich bleibt allein die Schulter: blau abgesetzt, mit schweren Formen darauf, die an Uniform und Rangabzeichen erinnern. Aus dem Dunkel der Silhouette ragen zudem schwarze, handähnliche Formen hervor, die nach den Abzeichen zu greifen scheinen - ob befestigend oder entreißend, bleibt für den Betrachter offen. Darin liegt der Kern des Bildes: Die Verschmelzung von religiöser und militärischer Autorität in einer einzigen, blinden und gesichtslosen Gestalt entlarvt beide als Konstrukte derselben Logik - Macht, die sich jedem Blick und jeder Rechenschaft entzieht. Lesbar bleibt nur das Amt, das Abzeichen; der Mensch, der es trägt, verliert sich dahinter. Öl und Pastellkreide sind nass ineinandergearbeitet, gewischt und wieder überzogen. Die Figur tritt aus dem Grund hervor und sinkt zugleich in ihn zurück - eine Erscheinung, die sich nicht festlegen lässt. Autorität und religiöse Bildtradition durchziehen Helnweins Werk, hier gebündelt und zugleich in Frage gestellt in einer einzigen Gestalt.
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